Match Race Germany

Matchrace-Jubiläum auf dem Bodensee

Im 11. Anlauf hat das Schweizer Team um Eric Monnin zur 20. Jubiläumsauflage erstmals das Match Race Germany gewonnen. Auf Platz drei segelte eine deutsche Crew

Tatjana Pokorny am 06.06.2017
20. Match Race Germany
Match Race Germany 2017/Nico Martinez
20. Match Race Germany

Steuermann Eric Monnin

Hochspannende Duelle, begeisterte Zuschauer, ein Finalthriller und würdige Sieger: Rekordteilnehmer Eric Monnin und sein Albert Riele Swiss Team haben das 20. Match Race Germany gewonnen. Im elften Anlauf des Skippers und seiner Crew seit 2004 gelang dem Quintett mit Marc Monnin, Simon Brügger, Lukas Gerig, Dorén de Morsier und Loris von Siebenthal der Triumph beim Deutschen Grand Prix pünktlich zur Jubiläumsauflage auf dem Bodensee vor Langenargen. Im Finale besiegten der 41-jährige Steuermann vom Segel Club Stäfa und sein eingespieltes Team am Pfingstmontag nach 0:2-Rückstand und eindrucksvollem Comeback Mati Sepps Estonian Sailing Team noch mit 3:2.

20. Match Race Germany

Glückliche Eidgenossen: Eric Monnin und sein Schweizer Albert Riele Swiss Team erkämpften ihren ersten Sieg im Match Race Germany

Die Höhepunkte der Jubiläumsauflage bis hin zur Siegerehrung mit den ersten Schweizer Siegern und einer gut aufgelegten Hamburger Crew

Monnin erzählte nach dem Rennen, warum gerade dieser Titel ihm so viel bedeutet: „Wir sind hier 2004 als ganz junges Team in das Matchrace eingestiegen und erstmals gegen die Weltelite angetreten. Für uns war das eine völlig neue Welt. Ich glaube sogar, dass ich damals auf diesen großen Booten zum ersten Mal keine Pinne, sondern ein Steuerrad in der Hand hatte. Das Match Race Germany nun im elften Anlauf 13 Jahre später zu gewinnen ist für uns eine Riesensache und verbindet uns einfach sehr mit dieser Regatta. Ohne mein Team wäre es aber nicht möglich gewesen. Ich denke, es gibt keine Segeldisziplin, in der Teamarbeit so wichtig ist!“

20. Match Race Germany

Der Bodensee serviert über fünf Tage alle Bedingungen, die das Revier zu bieten hat: von Sturm über Starkwind bis hin zu leichter Brise und auch Flaute. Wer hier gewinnt, muss seglerisch breit aufgestellt sein...

Der geschlagene finnische Steuermann Mati Sepp sagte: „Das waren heute gute und harte Rennen. Wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr wieder dabei sein können. Es ist unglaublich, wie fantastisch hier Matchracing organisiert, präsentiert und gefeiert wird.“ Im kleinen Finale um Platz drei konnte sich Max Gurgels Hamburger Mannschaft Vmax Yachting mit 2:0 gegen das österreichische Trippolt Sailing Team um den 26-jährigen Steuermann Max Trippolt durchsetzen und das beste Ergebnis einer deutschen Crew im Match Race Germany seit 16 Jahren ersegeln. 2001 hatte sich im Finalthriller Markus Wiesers Mannschaft gegen Deutschlands erfolgreichsten Segler Jochen Schümann und seine Crew durchsetzen können.

20. Match Race Germany

Vorrunden-Duell zwischen dem späteren Sieger Eric Monnin und dem Österreicher Max Trippolt. Monnins Crew gewann zehn von elf Vorrunden-Duelle

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Jüngste Crew im Feld mit Mixed-Charakter: Das schwedische Team um den ambitionierten Steuermann Kim Kling verpasste zwar den Sprung in die Viertelfinalrunde, belebte aber die Segelszene mit seinem Mixed-Ansatz: "Für uns ist es nichts Besonderes, sondern total normal, mit Frauen und Männern zu segeln. Immer der oder die Beste für den Job!"

Entsprechend stolz waren die Hamburger auf ihren dritten Platz. Steuermann, Physiker und „Boote-Beschleuniger“ Max Gurgel sagte nach dem Sieg: „Das ging schneller als erwartet. Wir haben beide Starts gewinnen und dann gut verteidigen können. Wir freuen uns sehr! Und ich kann jetzt mit dem gutem Ergebnis auch auf der Backskiste unseres Bootes unterschreiben, die in den vergangenen Jahren schon viele namhafte Skipper vor uns signiert haben.“ Max Trippolt, lautstark angefeuert von einem großen österreichischen Fan-Club, sagte: „Wir waren zu sechst schnell unterwegs, doch Max war in den Vorstartphasen heute einfach besser. Meinem Team und unseren Fans vielen Dank! Wir sind sehr zufrieden mit Platz vier in diesem Feld!"

20. Match Race Germany

Musste sich im Viertelfinale dem österreichischen Team von Max Trippolt beugen: Markus Wieser, einziger deutscher Sieger im Jahr 2001, segelte bei seinem Jubiläums-Comeback bis ins Viertelfinale

20. Match Race Germany

Gaben alles in den Finalläufen und holten mit Platz drei das beste deutsche Ergebnis seit 2001. Damals konnte Markus Wiesers Crew im packenden Finale das Team des dreimaligen Olympiasiegers Jochen Schümann 3:2 bezwingen

20. Match Race Germany

Begeisterten die Zuschauer im Match Race Germany mit Platz drei: der Deutsche Matchrace-Meister Max Gurgel und sein Team Vmax Yachting

In Zeiten rasender Mehrrumpfer und immer mehr foilender Rennboote erinnert das Match Race Germany mit seinen großen Einrumpfyachten stark an die Ursprünge des taktisch geprägten Matchracings. Seine Veranstalter Harald Thierer und Eberhard Magg, Mitgründer der ersten deutschen America's-Cup-Kampage, sind ihrem Kurs treu geblieben und zählen nun auch zu den Mitgründern der neuen Match Race Super League, die parallel zur Welttour auf Katamaranen das Duellsegeln auf Einrumpfbooten in den Mittelpunkt stellen will. 2017 läuft die Generalprobe für die neue und vom Welt-Seglerverband unterstützte Tour, die mit dem Sopot Match Race in Polen fortgesetzt wird.

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