Mini-Transat

L'esprit Mini – der fabelhafte Mini-Geist

Die erste Etappe des Mini-Transat geizt nicht mit Hochspannung. Jan Heinze, Finisher 2015, über die einzigartige Klasse und den Korpsgeist der Mini-6.50-Segler

Jan Heinze am 09.10.2017
Mastbruch auf dem Mini 6.50 von Julien Mizrachi
Mini Transat

Er sei einzigartig, sagen diejenigen, die in verschiedenen Einhandklassen Erfahrung gemacht haben – dieser ganz spezielle "Mini-Geist". Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft, Freundschaft machen ihn aus. So sehr ein jeder Skipper sich selbst für seine Kampagne aufopfert, für den Nachbarn am Steg hat er oder sie immer eine Hand übrig.

Trotz großer Konkurrenz und vielen semi- bis vollprofessionellen Ambitionen gibt es eine große Nähe unter den Seglern und Offenheit gegenüber Newcomern. Einmal in der Figaro-Klasse oder gar bei den Imocas angekommen, sei es vorbei mit diesem Gefühl, so sagen ehemalige Weggefährten, die die Klasse gewechselt haben. Zu groß seien mit einmal die Budgets, zu klein die Anzahl der Boote. Auf einmal sind Ellenbogen gefragt.

Was es auch braucht, um im Mini zu bestehen, ist ein in zahllosen Fällen zu beobachtender geradezu unbeugsamer und unerschütterlicher Durchhaltewillen. So viele Kampagnen sind mit winzigsten Budgets zusammengespart, so viele Skipper müssen Rückschläge verarbeiten, so viele stehen wieder auf und arbeiten sich zurück in die Szene – alles nur, um mit einem kleinen Boot dieses große Rennen bis ins Ziel zu segeln.

Warum mir in diesen Tagen Gedanken über den Mini-Geist in den Kopf kommen, hat mit zwei Geschichten ganz an der Spitze und ganz am Ende der Flotte zu tun.

Die erste Etappe des Mini-Transat geht aktuell in eine wirklich heiße und renntaktisch sehr anspruchsvolle Phase. die Führenden müssen sich seit dem Wochenende mit den Auswirkungen eines Tiefdruckgebiets herumschlagen, welches in einem breiten Band nördlich der Kanaren für riesige Flautenfelder sorgt.

Für ein einigermaßen zuverlässiges Durchkommen müsste die Flotte einen weiten Umweg nach Westen wählen. Diese Option kommt aber zu spät für die Spitzengruppe. Ein Drama auf den letzten Meilen deutet sich an – hat vielleicht schon seinen Lauf genommen: Seit ein paar Stunden führt ein gewisser Arthur Léopold-Léger mit seinem Proto "Antal XPO" (Nr. 709)  das Feld an. Er verdrängte damit den unumstrittenen Favoriten Ian Lipinski, den sie in Frankreich respektvoll "Le Patron" nennen, auf den zweiten Platz.

Allein dieser Führungswechsel und die verbleibende renntaktisch höchst komplizierte Situation für die beiden Segler wäre eine ausführliche Analyse wert. Aber auch der Hintergrund der beiden Protagonisten spricht Bände: 

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Jan Heinze am 09.10.2017

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