33. America's Cup

Kein Nachkarten mehr vor Gericht

BMW Oracle Racing und Alinghi lassen es – endlich – gut sein. Beide Parteien ziehen ihre Klagen zurück

Jochen Rieker am 29.03.2010

Beendet den Rechtsstreit und blickt jetzt vorn: Russell Coutts

Es ist eigentlich nur noch eine Fußnote in der an Streitigkeiten überreichen Geschichte des 33. AC. Die Clubs der beiden Teams ziehen einen Schlussstrich unter die zweieinhalb Jahre währenden juristischen Querelen.

Zwei Monate früher, und es wäre eine kleine Sensation gewesen. Jetzt
aber kommt der Nachricht nur die Bedeutung einer Randnotiz bei:

Wie der herausfordernde Golden Gate Yacht Club am Wochenende erklärte, habe man sich mit Alinghis Club Société Nautique de Genève geeinigt, dass alle noch anhängigen Rechtsfragen fallen gelassen würden.

Nach dem Sieg der Amerikaner wird es also keine höchstrichterliche Entscheidung mehr darüber geben, ob etwa die Segel von Alinghi 5 tatsächlich, wie von den Cup-Verteidigern argumentiert, als in der Schweiz produziert gelten oder vielmehr als US-Import (vom Hersteller der 3Di-Laminate, NorthSails).

“Statt Kontroverse suchen wir Konsens. Anstatt weiter zu streiten, freuen wir uns, eine Einigung erzielt zuhaben", sagte der Commodore des Golden Gate Yacht Club, Marcus Young.

"Endlich!", möchte man anfügen. Oder besser noch: "längst überfällig". Denn alles andere als diese Entscheidung wäre nur noch absurd gewesen.

Die quälende Auseinandersetzung, die dem 2:0-Sieg der Amerikaner Mitte Februar vorausging, war selbst den größten Fans in beiden Lagern ohnehin kaum vermittelbar.

Nun ist es amtlich: Schluss! Aus! Vorbei!

Nach vorn blickend kündigte Russell Coutts, Chef von BMW ORACLE Racing, an: “Unser Fokus ist jetzt, die 34. Auflage dieser ältesten Trophäe im internationalen Sport zum besten America's Cup aller Zeiten zu machen."

Sechs Monate will sich das Team von Software-Milliardär Larry Ellison Zeit dafür lassen, das Format und die Regeln neu zu definieren.

Ursprünglich hatte Russell Coutts schon für Ende März erste Informationen über die nahe Cup-Zukunft in Aussicht gestellt. Danach sieht es nun nicht mehr aus. “Gute Entscheidungen, nicht übereilte Entscheidungen – das ist es, was die Cup-Gemeinde will", meinte der Teamchef.

Es klingt fast defensiv. Genauso wie die vage Ankündigung, nähere Pläne "im Verlauf von 2010" bekannt zu geben. Aber angesichts der Verwerfungen beim 33. Cup mag spät wirklich besser sein als zügig.

Jochen Rieker am 29.03.2010

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