DCNAC-Spezial

Jetzt auch "D’Accord" ausgeschieden

DCNAC: Ruderbruch auf der Sun Kiss 45 "D'Accord"/Schäden an "Tom's Kahn"

Lars Bolle am 23.06.2003

Ausgeschieden: Sun Kiss 45 "D'Accord"

Eine weitere Hochseeyacht ist ausgeschieden. Die Kieler "D’Accord" meldete einen Ruderbruch. Alle Crewmitglieder seien zwar sehr enttäuscht, aber wohlauf, so Skipper Rolf Erben.

Damit sind nach dem Untergang der Bremer "Monsun" und dem Ausstieg der "Anny" von Gustav Edelhoff (Norddeutscher Regatta Verein) noch 59 Boote im Rennen von Newport/USA nach Cuxhaven und weiter nach Hamburg unterwegs. Es führte am Montag-Nachmittag weiter mit großem Vorsprung die "Zaraffa" (USA). Dahinter lag die "Zukunft IV" vom Kieler Yacht-Club, der "Discoverer" (England) dicht auf den Fersen.

Ausgeschieden: Maxi "HSH Nordbank"

"Der Beschlag des Spinnakerbaums am Mast ist gebrochen, und dabei hat der Spibaum dem Mast einen etwa ein Meter langen Riss über Deck verpasst", berichtete Erik von Krause, Navigator der "HSH Nordbank" von der Ursache des Ausscheidens. Die Erfahrung der 18-Köpfigen Crew habe sofort gesagt, dass ein Ritt über den Nordatlantik damit zu gefährlich gewesen wäre. Das Risiko eines Mastbruchs sei zu hoch gewesen. Die "HSH Nordbank" befindet sich auf der Rückreise in den Starthaften nach Newport, Rhode Island und will den Mast dort reparieren lassen, um danach außer Konkurrenz nach Hamburg zu segeln.

Bis Montag-Vormittag die Ex-"Morning Glory" an der Spitze der fünf Superyachten gelegen, die erst am vergangenen Sonnabend (21. Juni) eine Woche nach dem Hauptfeld gestartet waren. Der südlichste Kurs von allen hatte die "HSH Nordbank" mit rückdrehendem Wind optimal in den drei Knoten starken Golfstrom geführt. Der Vorsprung gegenüber den nach Handicap (IRC-Rennwert) vermeintlich schnelleren Yachten "UCA" (Murmann/Kiel) und "Zephyrus V" (McNeil/San Francisco) betrug nach nur 370 Seemeilen schon 30 Seemeilen. Entsprechend gedämpft war auch die Stimmung an Bord nach der Aufgabe.

In den Ausläufern des schweren Wetters vom Vortag hatte die Sun Kiss 45 "D’Accord" ihren Ruderbruch erlitten. Auf 40 Grad 49 Nord und 48 Grad 43,5 West meldete sich Eigner und Skipper Rolf Erben um 9.13 Uhr bei der Regattaleitung ab. Die sechsköpfige Mannschaft wolle versuchen, mit dem Notruder ohne fremde Hilfe Europa zu erreichen. Erben: "Wir stehen nichts aus, uns geht es den Umständen entsprechend gut."

Probleme: Hanse 411 "Tom's Kahn"

Materialschäden vermeldete auch die Hanse 411 "Tom’s Kahn" von Thomas Ebert aus Frankfurt. Bei neun bis zehn Beaufort in der Sturmnacht hätten sich die vorderen Kielschrauben gelockert und sei die Radarschüssel abgerissen und weggeflogen. Schäden gab es auch an verschiedenen Segeln. Das Boot hat außerdem viel Wasser genommen, so dass die Stromversorgung auf Messers Schneide stand. Ebert: "Jetzt läuft wieder alles, und es geht ans Segelflicken. Alle sind wohlauf, und die Freude über ein paar gutgemachte Plätze ist natürlich groß." "Tom’s Kahn" lag auf Rang 46.

Viele Teams berichten vom schweren Sturm mit Windstärken teils über zehn, bei denen sie selbst schwere Schiffe auf dem Wellen zum Gleiten brachten. Inzwischen war das Tiefdruckgebiet jedoch weiter gezogen, die Sonne wärmte wieder bei mäßiger Brise, und die Mannschaften trockneten ihre völlig durchnässten Klamotten an Deck. Indes bahnen sich im Verfolgerfeld von der "Tempest" (4./Schweden) an spannende Positionskämpfe an. Das Mitarbeiterboot von Titelsponsor DaimlerChrysler, "King’s Legend", hatte sich auf Platz fünf vorgeschoben, gefolgt von der "Julie Marie" (Kortüm/Hamburg) und der "Haspa Hamburg".

Das Erfolgrezept der "Kuh" ("Zukunft IV") heißt gute Laune. Sie schrieben am Montag: "Die Stimmung an Bord ist hervorragend, und wir amüsieren uns prächtig. Wir freuen uns natürlich schon alle auf die Ankunft (obwohl das Segeln auch Spaß macht), und es entstehen erste Wunschlisten, was man an Land so alles unbedingt machen muss. Essen zum Beispiel ist mal wieder ganz wichtig. Das gefriergetrocknete Zeug ist zwar echt ziemlich lecker, aber wir träumen natürlich schon. Steak mit Bratkartoffeln und Brechbohnen, ein richtig guter Döner, oder einfach ein Burger. Die Geschmäcker sind verschieden, aber wir sehnen uns schon nach fester Nahrung. Und ein kühles Bierchen dazu, das gibt es an Bord ja auch nicht. Ebenfalls deutlich wird, wie sehr wir Musik vermissen. Dabei zeigt sich ein deutlicher Trend zu deutschen Texten, die sind erstens super zum selber singen (geschieht recht häufig hier an Bord), zum zweiten sind FantaVier, Fettes Brot und die HSV-Fanchoräle auch so eine Art Verbindung zur Heimat, wenn man im Ausland ist. Quasi ein bisschen wie Spiegel-Lesen, aber nicht so fürchterlich anspruchsvoll."

Lars Bolle am 23.06.2003

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