YACHT MdM

Großes Segelkino auf der Alster

Titel verteidigt: Markus Wieser hat mit Ulli Schümann und Matti Paschen zum zweiten Mal in Folge die Meisterschaft der Meister gewonnen

Tatjana Pokorny am 27.10.2013
YACHT MdM 2013

Double komplett: Markus Wieser, Ulrike Schümann und Matti Paschen gewinnen die 34. YACHT Meisterschaft der Meister

Dem Bilderbuchauftakt am Samstag folgte einer der furiosesten Sturmkrimis in der Geschichte der Kultregatta: Die 34. YACHT Meisterschaft der Meister ging am Sonntag in stürmischen Winden mit einem Favoritensieg zu Ende. Markus Wieser aus Starnberg verteidigte seinen Titel, gewann die weltweit einzigartige Regatta in Hamburg zum zweiten Mal in Folge und zum dritten Mal insgesamt. Mit der Berliner Olympia-Vierten Ulrike Schümann auf dem Vorschiff und dem Hamburger Trimmer Matti Paschen triumphierte der 49-jährige Segelprofi und mehrfache Weltmeister auf der Hamburger Außenalster.

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Auch im Sturmfinale nicht zu schlagen: Wieser, Schümann, Paschen

Wieser war als Top-Favorit der insgesamt 31 deutschen Welt-, Europa- und nationalen Titelträger in die Meisterserie gestartet und wurde seiner Favoritenrolle auch in den grenzwertigen Windbedingungen am Sonntag mit Böen von über 30 Knoten souverän gerecht: "Es war am Ende nur noch Überleben da draußen gefragt. Wir haben im Finale weniger Fehler gemacht als die anderen." Ulrike Schümann, deren Körper nach dem Extremeinsatz auf dem Vorschiff der B/one von blauen und grünen Flecken übersät war, sagte: "Das war großes Segelkino heute da draußen. Markus segelt einfach so smart, wartet auf seine Chancen und nutzt sie dann perfekt. Es hat wieder viel Spaß gemacht, mit ihm zu segeln."

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Alle Hände voll zu tun: das Team von 505er-Weltmeister Claas Lehmann

Platz zwei sicherte sich in zwei spektakulär spannenden Läufen im Triple-Race-Finale der Deutsche Matchrace-Meister Carsten Kemmling aus Hamburg mit seinem Bruder Kai Kemmling und Henning Sohn. "Das Trio kam mehrmals nahe an Wiesers Crew heran und gewann beide Starts. Mit rund 30 Kilogramm mehr Crew-Gewicht und geschickten Schachzügen brachte Kemmling den Titelverteidiger in Bedrängnis, konnte sich aber nicht durchsetzen. "Markus ist Profi, wenn nicht Deutschlands bester Segler. Dafür sind wir sehr dicht an ihn rangekommen. Es war extrem anspruchsvoll da draußen. Ich hatte sogar Krämpfe im Arm vom Bändigen der Großschot."

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Die Windbedingungen in den Finalläufen waren teilweise grimmig, doch die Meistersegler schenkten sich nichts

Im ersten Lauf der drei Finalisten kassierten sowohl Kemmling als auch die Crew von Lokalmatador Max Gurgel vom gastgebenden Hamburger Segel-Club einen Penalty und machten mit ihrem Infight unfreiwillig den Weg frei für Markus Wieser. Der hatte am Start ebenfalls einen Penalty erhalten und musste zunächst mit deutlichem Rückstand auf den Kurs gehen. "Da war der Matchrace-Spezialist Max Gurgel am Start sehr auf Draht und wir offenbar etwas eingerostet", zollte Matti Paschen später dem HSC-Team Respekt. Doch alle Bemühungen der Wieser-Jäger scheiterten am souveränen Segelstil des Starnbergers, dessen Frau Claudia und vier Töchter auf den HSC-Stegen erfolgreich die Daumen drückten.

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YACHT MdM 2013: Die Windbedingungen erforderten viel Kraft und Durchhaltevermögen

"Es war das spannendste Finale, das wir je hatten", sagte Wettfahrtleiter Peter Ramcke, "der Sieger Markus Wieser ist bei 33 Knoten Wind über die Ziellinie gegangen. Die Wettersituation hat allen Teams ermöglicht zu beweisen, dass bei der YACHT Meisterschaft der Meister wirklich nur die Besten starten können."

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Duell zwischen den Hamburger Crews von Carsten Kemmling (links) und Max Gurgel

Nur ein Team konnte Wiesers Bayern-Express am Wochenende im Zwischenlauf einmal schlagen: Die Mannschaft um Hochseesegler Kalle Dehler hatte dem international renommierten Steuermann und Taktiker Wieser einen Penalty verpassen können und ihren Vorsprung bis ins Ziel verteidigt. "Darauf sind wir schon ein bisschen stolz. Danach aber war unsere Energie offenbar aufgebraucht."

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YACHT MdM 2013: enge Duelle an den Wendemarken

Beste der insgesamt drei Steuerfrauen bei der 34. Auflage der Meisterregatta unter dem Dach des Delius Klasing Verlags war 505er-Europameisterin Meike Schomäker aus Kiel, die sich mit Holger Jess und Frank Feller trotz Grippe auf den Bavaria-Booten vom Typ B/one Platz sechs erkämpfte.

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Protest gegen 505er-Europameisterin Meike Schomäker

Der Hanseboot-Pokal wurde Markus Wieser und seiner Crew am Sonntagnachmittag von Bernd Aufderheide, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Hamburg Messe, in der Hanseboot-Arena überreicht.

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YACHT MdM 2013: die Crews von Max Gurgel (vorn) und Markus Wieser im Finale

ENDERGEBNIS

1. Markus Wieser (Starnberg/Berlin, Deutscher Touring Yacht-Club), Matti Paschen, Ulrike Schümann

2. Carsten Kemmling (Hamburg, Norddeutscher Regatta Verein), Kai Kemmling, Henning Sohn

3. Max Gurgel (Hamburg, Hamburger Segel-Club), Karl Gurgel, Thorben Strube

4. Frithjof Schwerdt (Kiel, Potsdamer Yacht-Club), Malte Kamrath, Sebastian Wiedemann

5. Lennart Luttkus (Tönisvorst, Segelklub Bayer Uerdingen), Fabian Lemmel, Hendrik Plate

6. Meike Schomäker (Kiel, Zwischenahner Segel-Club), Holger Jess, Lutz Stengel

Die Partner der MdM

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Alle Ergebnisse auf einen Blick

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Der Blick in die Gesichter der Crew von Markus Wieser zeigt, wie sehr die Seglerinnen und Segler in den stürmischen Winden kämpfen mussten

Tatjana Pokorny am 27.10.2013

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