Mini-Transat 2017

Geschafft! Deutsche Mini-Segler im Ziel

Lina Rixgens, Oliver Tessloff und Andreas Deubel haben die Karibik nach rund 3000 einsamen Seemeilen auf dem Atlantik erreicht. Eindrücke und TV-Tipp

Kristina Müller am 20.11.2017
Mini-Transat 2017
Privat

Sie sind Finisher des Mini-Transat: Was das heißt, sagt ihr breites Lächeln, der Unglaube in den Augen über das, was sie in den vergangenen zwei Wochen geleistet haben.

Am vergangenen Wochenende sind die drei deutschen Teilnehmer der Serienbootwertung des Mini-Transat auf Martinique angekommen: Oliver Tessloff als bester Deutscher in der Klasse als 14., Andreas Deubel auf Rang 35 und knapp sieben Stunden später Lina Rixgens als erste deutsche Frau, die die Einhand-Regatta erfolgreich beendet. Entsprechend strahlend legte sie nach 18 Tagen und knapp 5 Stunden auf See auf der Karibikinsel an:

"Im Vergleich zur ersten Etappe war das einfach nur genial, wirklich gut. Es war hart, aber nichts Schlimmes ist kaputtgegangen. Mir geht es gut, dem Boot geht es gut. Ich kann’s noch gar nicht wirklich glauben." Einfach ankommen war das Ziel der Studentin, nun hat sie mit einem 38. Platz auf ihrer Pogo 2 "Minidoc" auch ein ordentliches Ergebnis bei ihrer Transat-Premiere geschafft.

Mini-Transat 2017

Lina Rixgens bei der Ankunft am Mini-Steg in Le Marin auf Martinique

Ein Platz unter den Top Ten hatte Oliver Tessloff sich vorgenommen – als 14. kam er nach 16 Tagen und 13 Stunden ins Ziel, knapp an seinem selbstgesteckten Ziel vorbei, aber nach einem beachtlichen Endspurt: In den letzten Tagen des Rennens war Tessloff noch an sechs Konkurrenten vorbeigezogen. 

"Ich bin ein wenig enttäuscht hinsichtlich meiner Leistung, ich hatte auf mehr gehofft, aber es ist auch einfach toll, am Ende dieser langen Reise anzukommen", sagte der Hamburger nach seiner Ankunft. "Ich habe sehr viel gelernt. Und auch wenn ich am Anfang noch gesagt habe, dass ich das nicht wieder mache, sage ich heute, dass ich gern in zwei Jahren wieder dabei wäre."

Mini-Transat 2017

Ankunft im Dunkeln: Als bester Deutscher im Serienboot quert Oliver Tessloff die Linie

Vier Jahre der Vorbereitungszeit gingen für Andreas Deubel aus Hamburg mit dem Überqueren der Ziellinie zu Ende. Mit seinem Mini vom Typ "Nacira" hatte er einen Reparaturstopp auf Mindelo einlegen müssen, was ihn mindestens zehn Plätze gekostet hatte, die er nach dem Neustart von den Kapverden aber teils wieder aufholen konnte. Schließlich segelte er als 35. der Serienboot-Wertung über die Ziellinie. "Gerade am Anfang war das Rennen schwierig, ich bin nicht richtig reingekommen, habe viel an meine Frau und an meinen Sohn gedacht. Erst nach Mindelo habe ich meinen Rhythmus gefunden. Es ist verrückt, dass das nun der Abschluss von vier Jahren der Vorbereitung ist."

Mini-Transat 2017

Große Gefühle nach Wochen auf See: Andreas Deubel läuft nach 17 Tagen und 21 Stunden in Le Marin ein

Der Profisegler Jörg Riechers hatte Martinique als Zweiter im Prototyp hinter Ian Lipinski erreicht – die beste Platzierung, die ein deutscher Segler jemals bei dem Hochseerennen erzielt hat.

Eine Reportage und Interviews mit den deutschen Teilnehmern hat das ZDF am gestrigen Sonntag ausgestrahlt, unter den folgenden Links können sie in der Mediathek aufgerufen werden:

ZDF-Sportreportage: Großer Bahnhof für die einsamen Segler

ZDF-Sportreportage: Jörg Riechers im Interview

ZDF-Sportreportage: Oliver Tessloff im Interview

Einen ausführlichen Nachbericht zum Mini-Transat lesen Sie auch in YACHT 1/2017, die ab dem 13. Dezember im Handel erhältlich ist.

Kristina Müller am 20.11.2017

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