Rekordversuch

Gabart mit fünf Tagen Vorsprung über den Äquator

Der Franzose wird mit seinem Tri "Macif" wohl einen fulminanten Endspurt hinlegen. Das Wetter ist ihm seit Wochen wohlgesonnen

Andreas Fritsch am 11.12.2017
Macif
Macif/Gabart

Mit sage und schreibe 5 Tagen, 13 Stunden und 23 Minuten Vorsprung auf den Rekord von Thomas Coville überquerte François Gabart am Sonntag den Äquator. Eine bislang erdrutschartige Verbesserung, die auf drei Punkten zu beruhen scheint.

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Punkt 1: Natürlich ist die neue "Macif" schneller als die umgebaute "Sodebo Ultim" von Thomas Coville, die unter dem neuen Kleid letztlich die über zwei Jahrzehnte alte "Geronimo" von Olivier de Kersausson ist. Zwar wurde der Tri umfangreich modernisiert, die beiden Außenschwimmer neu designt und gewichtsmäßig mächtig abgespeckt. Aber unterm Strich sind die Boote natürlich nicht gleichwertig. Dazwischen liegen etwa vier Generationen von neugebauten Maxi-Multihulls ("Orange II", "Groupama 2", "Banque Populaire 5" und nun "Macif"). 

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Stand des Rekordversuchs heute Morgen

Punkt 2: Der Franzose segelt taktisch nahezu fehlerfrei, bekommt die Übergangsphasen zwischen Wettersystemen immer super hin, sprang im Southern Ocean und Pazifik von Tief zu Tief, ohne lange Speed zu verlieren. Zudem hat er bislang relativ wenig größere technische Probleme, sieht man von einer größeren Laminierarbeit für einen neuen Gennaker-Furler und einigen gebrochenen Segellatten ab. Das Boot scheint technisch ausgereift und zuverlässig. Gabart geht zudem immer im richtigen Moment vom Gas, sodass das Material hält.  

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Punkt 3: Der Wettergott ist dem Franzosen bislang ausgesprochen hold. Von Australien ab hatte er bislang nahezu perfekte Bedingungen, und besonders seit der Passage von Kap Hoorn kamen die Winde fast immer günstig. Das St.-Helena-Hoch verzog sich rechtzeitig, die Kalmen waren bislang praktisch kaum vorhanden, und jetzt scheint ein stabiles, schön kompaktes Azoren-Hoch den Sprint zurück ins Ziel kurz, schnell und gut planbar zu machen.

Sollte Gabart weiter in diesem Tempo unterwegs sein, wird er sogar nur wenige Tage über dem Fabel-Rekord für die schnellste Weltumsegelung mit Crew von Francis Joyons "Idec Sport" bleiben. Der war 2016 auf knapp über 40 Tage gekommen; die Einhand-Bestmarke steht bei rund 49 Tagen. 

Andreas Fritsch am 11.12.2017

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