Weltcup

Für den verstorbenen Freund

Die DSV-Flotte ist im Gedenken an Timo Jacobs mit schwarzen Leibchen in die Weltcup-Regatta "Sail for Gold" vor Weymouth gestartet

Tatjana Pokorny am 04.06.2012
Toni Wilhelm

Übernahm zum Weltcup-Auftakt im Olympiarevier die Führung: RS:X-Surfer Toni WIlhelm

DSV-Surfer Leon Delle

Surfte wie die gesamte DSV-Flotte mit schwarzem "Bib" im Gedenken an Timo Jacobs: Leon Delle

Nichts tun war keine Option, zu sehr hat der Tod ihres Teamkameraden Timo Jacobs die deutsche Segelgemeinde und die deutschen Olympiasegler erschüttert. Mehr als 800 Segler und Freunde haben sich inzwischen in die ins Internet gestellte Kondolenz-Seite eingetragen und ihre Trauer bekundet, darunter viele Olympiasieger aus aller Welt und Menschen, die den fairen Lübecker Sportsmann Jacobs schätzten. Im Gedenken an den Freund, Wegbegleiter und Mitstreiter sind die Mitglieder der Deutschen Segel-Nationalmannschaft heute mit schwarzen Leibchen in die Weltcup-Regatta vor Weymouth gestartet und wollen bis zum Ende der Serie mit Trauerbinden segeln.

"Wir bemühen uns alle um Normalität, aber Schock und Trauer sitzen auch bei mir tiefer, als ich anfangs dachte", sagt Starboot-Vorschoter Frithjof Kleen, der mit Robert Stanjek zum erweiterten Favoritenkreis im Kampf um eine olympische Medaille zählt. "So ein Verlust ist nicht so leicht wegzustecken und bedrückend. Timos Tod relativiert vieles."

Sportlich präsentierte sich das Olympiarevier zum Auftakt von seiner flauen Seite. Die hervorragend organisierten Veranstalter konnten trotz leichter WInde und einiger Verzögerung bis zum Abend fast alle Rennen durchbringen. Die Gunst der Stunde nutzte RS:X-Surfer Toni Wilhelm aus Dogern, dem ein Blitzstart gelang: Der Sportwissenschaftler gewann sein erstes Rennen und wies damit erneut nach, dass er seine Leichtwindschwäche überwunden hat. Nach Rang drei im dritten Rennen liegt Wilhelm auf Platz zwei. 

Einen schwarz-rot-goldenen Anblick bot die Ergebnisliste der Laser am ersten Abend: Einträchtig teilten sich der Lübecker Olympiastarter Simon Grotelüschen und sein Sparringspartner Philipp Buhl aus Sonthofen mit jeweils einem Tagessieg die Spitzenposition im Weltklassefeld.

Zwischen dem englischen Küstenort Weymouth und der Halbinsel Portland werden bis zum 9. Juni  723 Athleten (523 Teams) aus 59 Nationen in zehn olympischen und drei paralympischen Disziplinen um Weltcup-Punkte und wertvolle Erfahrung im Olympiarevier kämpfen. "Es ist der letzte ernsthafte Regattatest in diesem Revier", erklärt Frithjof Kleen, "wir werden die Regatta wie die Olympischen Spiele selbst angehen. Ich würde uns schon gern in den Top Sechs sehen." Zum Auftakt musste Rang elf in der einzigen Wettfahrt der Stare genügen. Im selben Revier beginnt am 29. Juli die olympische Regatta.

Tatjana Pokorny am 04.06.2012

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