Sydney Hobart Race

"Führt Spielberg bei dem Ding Regie?"

Der Kampf um die Line Honors im Sydney Hobart Race ist spannend wie ein Thriller. Die junge "Haspa Hamburg"-Crew musste aufgeben

Tatjana Pokorny am 27.12.2015
"Haspa Hamburg"

Aus zunächst noch ungeklärten Gründen ausgeschieden: "Haspa Hamburg". Die Crew ist laut Veranstalter wohlauf

Nach dem Aus der australischen "Wild Oats XI" am 2. Weihnachtstag schien das Rennen um die Line Honors zugunsten der favorisierten amerikanischen "Comanche" gelaufen. Doch das Team von Skipper Ken Read hatte Pech: Der schwarz-rote Hundertfußer rammte ein unbekanntes Objekt. Bei der Kollision wurde der Großteil des Steuerbord-Schwerts und des Ruders abgerissen. So erklärte sich die überraschende Führung der amerikanischen Rivalin "Rambler", die ihren Vorsprung in der Nacht zum Sonntag auf bis zu sechs Seemeilen hatte ausbauen können. Für die "Comanche"-Crew von Jim Clark schien der Sieg in unerreichbare Ferne zu rücken.

Rolex Sydney Hobart Race 2015

Nach dem Rückschlag wieder in Führung: Die amerikanische "Comanche" von Netscape-Gründer Jim Clark

Doch dann erwischte es auch die etwas kleinere "Rambler", die erst vor einen Jahr getauft worden war. Auch die zweite amerikanische Yacht kollidierte mit einem sogenannten "Ufo" (aus dem Englischen.: unknown floating object). Auch ihr Steuerbord-Schwert wurde dabei beschädigt. In der Folge konnte Ken Reads Team auf "Comanche" die Führung zurückerobern und sich ihrerseits bis zum Sonntagmorgen einen Vorsprung von sieben Seemeilen erarbeiten. Nun ringen an der Spitze der Flotte zwei beschädigte Boote um die Line Honors. Mit rund 30 Seemeilen Rückstand auf das Duo wahrte Syd Fischers "Ragamuffin 100"-Crew ihre Chancen auf einen Podiumsplatz. Die Veranstalter notierten am Sonntag in ihrer Pressemitteilung zum Hochseesegel-Krimi: "Führt Steven Spielberg bei diesem Ding die Regie?"

Rolex Sydney Hobart Race 2015

Wie "Comanche" ringt nun auch "Rambler" mit beschädigtem Steuerbord-Schwert um die Line Honors

"Comanche"-Skipper Ken Read sagte: "Wir wollen dieses verdammte Rennen einfach nur beenden. Und wenn wir nach Hobart paddeln müssen." Die beiden amerikanischen Rivalen eint ein Wunsch: Es hat seit 1998 keine amerikanischen Sieger mehr in dem Langstreckenklassiker gegeben. Das wollen sie ändern. Von den 108 gestarteten Yachten waren gegen Ende des zweiten Tages auf See nur noch 79 im Regattaeinsatz.

Zu jenen, die aufgeben mussten, zählt auch das Team auf der einzigen deutschen Yacht "Haspa Hamburg". Die Mannschaft hatte sich in der Nacht zum Sonntag vom Rennen abgemeldet. Die Crew ist wohlauf. Auf Nachfrage von YACHT online bestätigten die Veranstalter, dass die "Haspa Hamburg" einen Riggschaden zu beklagen hat. Genauere Details gab es zunächst nicht.

Tatjana Pokorny am 27.12.2015

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