Clipper Round the World Race

Erneut überschattet ein tödlicher Unfall das Clipper Race

Nach zwei Todesfällen während der letzten Auflage ist im Clipper Race wieder ein Segler tödlich verunglückt

Tatjana Pokorny am 19.11.2017
Clipper Round the World Race 2017/2018
Clipper Round the World Race

"Great Britan" im Clipper Round the World Race 2017/18

Clipper Round the World Race 2017/2018

Der tödlich verunglückte Simon Speirs

Im Clipper Round the World Race ist nach zwei Todesfällen bei der letzten Auflage wieder ein Segler ums Leben gekommen. Der 60-jährige Simon Speirs aus Bristol wurde am Samstagmorgen während eines Segelwechsels  während der dritten Etappe des Amateur-Rennens um die Welt von Bord gespült. Obwohl er über seine Sicherheitsleine mit dem Boot verbunden war und eingeklickt war, wurde er – so heißt es im offiziellen Statement  der Veranstalter des Rennens – "gegen 8.14 Uhr UTC (14.14 Uhr Ortszeit) von der Yacht getrennt". Das Unglück ereignete sich in aufgewühlter See und Winden um 20, in Böen bis zu 40 Knoten. Speirs hatte auf dem Vordeck bei einem Vorsegelwechsel geholfen, als er über Bord ging. 

Sein Team auf der "Great Britain" reagierte umgehend und konnte ihn trotz der schwierigen Bedingungen binnen 36 Minuten lokalisieren und an Bord zurückholen. Dort aber scheiterten alle Wiederbelebungsmaßnahmen (CPR/GP) der drei medizinisch ausgebildeten Mitsegler. Simon Speirs kam nicht mehr zu Bewusstsein. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ihres Statements konnten die Veranstalter des Rennens noch nicht sicher über die Todeursache Auskunft geben, gingen aber nach Rücksprache mit der Crew von Ertrinken aus. Schon bei der vergangenen Auflage des Clipper Round the World Race waren mit den Londonern Sarah Young und Andrew Ashman zwei Briten tödlich verunglückt. Ashman war am 4. September 2015 vom Baum am Nacken getroffen worden und seiner Verletzung erlegen. Sarah Young war – nicht angeleint – im April 2016 im Pazifik wie Speirs über Bord gegangen und später auf See bestattet worden. Beide Briten hatten damals ihr Leben als Crew-Mitglieder auf der 70-Fuß-Yacht "IchorCoal" verloren.

Clipper Round the World Race 2017/2018

Die Flotte im Clipper Round the World Race 2017/18

Das erneute Unglück, das die gesamte Clipper-Flotte sehr bewegt, ereignete sich am 18. Tag der dritten Etappe von Südafrika nach Australien. Bekannt wurde bislang, dass Simon Speirs angeleint war, seine Rettungsweste inklusive AIS-Peilsender und Schwerwetter-Bekleidung trug. Die Untersuchung des Falls nach internationalen Standards ist eingeleitet. Es soll auch ermittelt werden, warum die Sicherheitsausrüstung möglicherweise versagt hat und Freirs Verbindung zum Boot abbrach. Der tödlich verunglückte Segler und Anwalt war seit Rennstart dabei und galt mit mehr als 40 Jahren Jollensegelerfahrung und als Inhaber seiner Küsten-Skipper-Lizenz als erfahren. Die Flotte war am 31. Oktober in Kapstadt gestartet. Die schnellsten Boote werden in etwa fünf Tagen in Fremantle erwartet. Etwa 40 Prozent aller Teilnehmer haben vor ihrem Clipper-Race-Einsatz nie gesegelt und den Hochseesegelsport erst in den Vorbereitungs- und Sicherheits-Trainings kennengelernt.

Clipper Round the World Race 2017/2018

Positionierung der Flotte am Abend des Tages, an dem Simon Speirs sein Leben verlor

Tatjana Pokorny am 19.11.2017

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