Jugend-WM

Ein junger Silberstreif am Horizont

03.01.2016 Tatjana Pokorny, Fotos: Chr. Launay/World Sailing, World Sailing - Hannah Anderssohn hat bei der Jugend-WM Silber im Laser Radial gewonnen. Das sportpolitische Tauziehen im Fall Malaysia vs. Israel dauert an

Hannah Anderssohn
Fotograf: © Chr. Launay/World Sailing

Die Rostockerin Hannah Anderssohn segelte bei der Jugend-Weltmeisterschaft vor Malaysia auf der Erfolgswelle

Es ist die erste Medaille für Deutschlands U-19 und U-17-Seglerinnen und -Segler seit der Jugend-WM 2008 im dänischen Aarhus: Die Rostockerin Hannah Anderssohn hat bei der Jugend-Weltmeisterschaft in Malaysia Silber im Laser Radial gewonnen. Mit einer konstanten Serie, souveränen seglerischen und taktischen Leistungen und guten Nerven im Schlussspurt hat sich die 16-Jährige vom Warnemünder Segel-Club ihren Platz auf dem Siegerpodest verdient.

Einer der ersten Glückwünsche für die in Neustrelitz geborene Steuerfrau kam von Laser-Vizeweltmeister Philipp Buhl, der eine Woche lang mit der Schülerin mitgefiebert, die Leistungen aus der Ferne verfolgt und Hannah angefeuert hatte. Buhl schrieb: "Hammercool! Herzlichen Glückwunsch, Hannah!" Anderssohn, die von der Schweriner Olympiateilnehmerin Franziska Goltz trainiert wird, musste sich nur der starken Ungarin Maria Erdi geschlagen geben, die in den insgesamt neun WM-Wettfahrten drei Tagessiege einfuhr und Gold mit neun Punkten Vorsprung vor der deutschen Rivalin holte. Dritte wurde die Polin Magdalena Kwasna.

Im Feld der 420er-Jungen segelten Paul Feldhusen und Leon Geopfert vom Verein Seglerhaus am Wannsee auf einen starken siebten Platz. Theresa Löffler und Theresa Heilingbrunner vom Yacht-Club am Tegernsee segelten bei den 420er-Mädchen auf Platz 18. Paul Farien und Mirko Klösel vom Kieler Yacht-Club erkämpften in 13 Wettfahrten Platz zwölf bei den 29er-Jungen. Bei den 29er-Mädchen segelten die KYC-Kameradinnen Fenja Valentien und Emma Frederking auf Platz elf. Jasper Paulsen vom Kieler Yacht-Club belegte im Laser Radial Platz 45. 

Malaysia vs. Israel: World Sailing beraumt Dringlichkeits-Treffen an

World Sailing
Fotograf: © World Sailing

Das neue Logo des Welt-Seglerverbandes World Sailing, für den das Jahr 2016 mit einer sportpolitischen Herausforderung begann

Die Jugend-Weltmeisterschaft sorgt am Rande der Siegerehrungen weiterhin für sportpolitische Debatten. Durch harte Startauflagen und die Nichterteilung von Visa für die israelischen Weltmeister in den Surfdisziplinen, die ihre Titel in der Folge nicht verteidigen konnten, hatten die malaysischen Veranstalter weltweit für Negativschlagzeilen gesorgt. Mehrere Nationalverbände, darunter auch der Deutsche Segler-Verband (DSV), haben protestiert und den mitveranstaltenden Welt-Seglerverband World Sailing um rasche Aufklärung ersucht.

World Sailing hat inzwischen ein weiteres Statement veröffentlich. Darin heißt es unter anderem: "Bezugnehmend auf die aktuelle Situation mit Israel und Malaysia hat World Sailing trotz unnachgiebiger Haltung mit Blick auf die Situation (...) zur Kenntnis genommen, dass Verzögerungen in der Kommunikation sowohl seitens israelischer als auch malaysischer Offizieller spiralenartig in die aktuelle Kontroverse gemündet haben. Das hätte verhindert werden können und wird in Zukunft aktiver gemanagt werden. World Sailing hat erst am 24. Dezember vom Rückzug Israels erfahren und sofort darauf reagiert, indem Fakten in Malaysia zusammengetragen wurden, um angemessen auf die herausfordernde Situation zu reagieren."

Im Statement von World Sailing hieß es weiter: "World Sailing hatte in der Vorbereitungsphase auf die Jugend-Weltmeisterschaft die volle Unterstützung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und wird dessen Hilfe und Expertise in dieser Angelegenheit auch weiterhin in Anspruch nehmen." Wie die Aktionen der malaysischen Gastgeber bewertet und gegebenenfalls auch sanktioniert werden, will das Executive Committee von World Sailing in einem Eil-Meeting am 8. Januar auf Basis eines bis dahin vorliegenden Reports entscheiden.

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