Minitransat

Deutsches Trio im 20. Minitransat

Dominik Lenk. Jan Heinze. Chris Lükermann. Drei deutsche Segler starten am 19. September ins 20. Minitransat – das Rennen ihres Lebens

Tatjana Pokorny am 15.09.2015
Deutsches Trio startet ins Mini Transit 2015

Deutsches Trio startet ins Minitransat 2015 (v. l. n. r.): Chris Lükermann, Jan Heinze, Dominik Lenk

Das 20. Minitransat startet am 19. September und führt 72 Solosegler über 2700 Seemeilen vom Starthafen Douarnenez nach Lanzarote. Von dort geht es für die Mini-6,50-Flotte nach einer – mit Rücksicht auf die Sturmsaison beschlossenen – mehrwöchigen Pause am 31. Oktober weiter in den Zielhafen Pointe-à-Pitre auf Guadeloupe. Im bretonischen Starthafen werden am kommenden Wochenende Zehntausende Fans erwartet, die den wagemutigen Skippern Adieu sagen und noch letzte Blicke auf Boote, Seglerinnen und Segler erhaschen wollen.

Unter den Teilnehmern sind bei der Jubiläumsauflage auch drei deutsche Starter: Dominik Lenk (Hamburg), Chris Lükermann (München) und Jan Heinze (Hamburg) bereiten sich in Douarnenez auf die zweigeteilte Hatz über den Atlantik vor. Die Bilder vom Trio entstanden auf Bitte von YACHT online in dieser letzten Vorbereitungswoche im Hafen von Douarnenez.

Der Hamburger Unternehmer Jan Heinze, 41, erfüllt sich mit seinem gebrauchten Serienboot "Lonestar" und der über viele Jahre vorbereiteten Mini-Teilnahme einen Lebenstraum. Er hatte sich schon als Jugendlicher beim intensiven Fahrtensegeln mit der Familie in Frankreich mit dem Mini-Virus angesteckt, war fasziniert von den "coolen Typen" und "diesem Umfeld, das so enorm prickelt", hatte "immer schon Sehnsucht nach Blauwasser und langen Strecken". Seine drei Ziele für die Mini-Premiere (siehe auch YACHT 19/2015): "Sicher drüben ankommen, alles genießen und dabei so schnell segeln, wie es die Bedingungen und meine Fähigkeiten zulassen."

Minitransat 2015

Bereit für die große Bewährungsprobe: Dominik Lenk auf seinem Boot – tolles Bild von Fotokünstler Thierry Martinez

Der Hamburger Grafiker Dominik Lenk, 26, geht mit dem drittältesten Prototyp aus dem Jahr 2001, einem Mini-Budget und maximalem Ehrgeiz ins Rennen. Sein Ziel: "Ich würde das Rennen gerne in den Top Zwölf der Proto-Wertung beenden." Wie einst Großbritanniens Segelstar Ellen MacArthur hat sich Lenk das Geld für sein erstes Segelboot als Jugendlicher mit Zeitungsaustragen selbst verdient. Über das Minitransat las er als Zwölfjähriger erstmals einen Zeitungsartikel. Seitdem hat ihn der Traum von der Teilnahme an dieser Härteprüfung für Einhandsegler und ihre kleinen, aber überdurchschnittlich kraftvollen Boote nicht mehr losgelassen. Das Rennen, so Lenk, sei der richtige Schritt, "wenn man mal für Rennen wie das Volvo Ocean Race aufgerissen werden will". Dritter Deutscher im Bunde ist der in München lebende Programmierer Chris Lükermann mit seinem Boot "CA Technologies", den die vielseitigen Herausforderungen des Minitransats für Einhandsegler reizen. Seine Freundin, so Lükermann, habe ihm einmal sehr treffend gesagt: "Im Fußball kannst du nicht gegen Thomas Müller antreten. Im Minitransat kannst du aber sehr wohl auf die Großen des Segelsports treffen."

Minitransat 2015

Die letzten Schläge vor dem Startschuss am Samstag: Dominik Lenk und sein betagter Mini mit der Nummer 348

Deutsches Trio startet ins Mini Transit 2015

Nicht alle, aber die meisten Teilnehmer am Minitransat 2015

Das Minitransat gilt bis heute als Sprungbrett für angehende Segelprofis. Gleichzeitig lockt das Rennen alle zwei Jahre wieder ein Heer von Lebenskünstlern und Abenteurern an die Startlinie. 1977 in Großbritannien als "Poor Men's Race" für ambitionierte Solosegler ersonnen, hat sich das Minitransat längst zu einer französischen Regattainstitution mit wachsender internationaler Strahlkraft entwickelt. Im Kampf mit den Elementen geht es puristisch zu: Die Teilnehmer sind auf sich gestellt. Hilfe von außen ist nicht gestattet. Die bescheidensten Akteure kommen mit Budgets von rund 20 000 Euro aus. Profi-Kampagnen können bis zu 200 000 Euro und mehr verschlingen. In der schillernden 38-jährigen Minitransat-Geschichte sind bislang 898 Segler und Seglerinnen aus 33 Ländern, darunter 665 Franzosen, dem Lockruf dieses Rennens gefolgt. Namhafte Segelstars wie Bruno Peyron, Roland Jourdain, Isabelle Autissier, Bernhard Stamm, Volvo-Ocean-Race-Skipperin Sam Davies und der zweimalige Vendée-Globe-Triumphator Michel "Le Professeur" Desjoyeaux zieren die Startlisten vergangener Auflagen. Erfolgreichster unter den bislang zehn deutschen Startern war 2011 Jörg Riechers mit Platz fünf in der Proto-Wertung.

Tatjana Pokorny am 15.09.2015

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