Mini-Transat 2017

Der Countdown rennt

Die letzten Vorbereitungen für das Mini-Transat sind in vollem Gang: Am Sonntag geht es los, alle Segler und Boote sind in La Rochelle. Eine Stippvisite am Steg

Kristina Müller am 26.09.2017
Minitransat 2017
YACHT/ K.Müller

Es wird ernst, nur noch fünf Tage bleiben bis zum Start des Mini-Transat 2017, der Einhandregatta über den Atlantik für sechseinhalb Meter lange Boote vom Typ Mini 6.50. Seit vergangenem Mittwoch sind alle 81 Teilnehmer – 71 Männer und 10 Frauen – mit ihren Schiffen im "Village Mini", im geschützten Hafenbecken in La Rochelle, um sich und ihre Boote endgültig auf das Abenteuer vorzubereiten, in das sie sich in wenigen Tagen stürzen werden.

Für die meisten steht das erste Mini-Transat an, so auch für drei der vier deutschen Teilnehmer: Lina Rixgens (23), Andreas Deubel (39) und Oliver Tessloff (44) feiern ihre Premiere beim langen Schlag von La Rochelle nach Martinique mit Zwischenstopp auf Gran Canaria. Allein Segelprofi Jörg Riechers (48), der nicht wie Rixgens, Deubel und Tessloff in der Serienbootklasse startet, sondern im Prototyp, ist Routinier, es ist sein drittes Mini-Transat nach 2009 und 2011.

Minitransat 2017

Aufgeregt, nervös, glücklich oder angespannt? Wenige Tage vor dem Start wohl eine Mischung von alldem: Die vier deutschen Segler Lina Rixgens, Oliver Tessloff, Andreas Deubel und Jörg Riechers (v. l.) werden am 1. Oktober beim Mini-Transat 2017 starten 

Wie allen auf den Stegen in La Rochelle umherwuselnden Seglern steht auch den vier Deutschen in den letzten Tagen vor dem Start eine Mischung aus Anspannung, Nervosität, zu viel Sonnenschein und Vorfreude ins Gesicht geschrieben: Intensive Sicherheitschecks liegen an, bei denen Mitarbeiter der Klassenvereinigung "Classe Mini" mit Klemmbrettern und ernsten Blicken an Bord kommen und sich demonstrieren lassen, ob alles funktioniert: ob die Notlampe am Rettungsring aufglimmt, ob die EPIRB etwas taugt, ob das Funkgerät sendet. Die Tasche mit der Notfallmedizin wird geprüft, die Segel werden nachgemessen, Wasserkanister mit Notfallreserven verplombt. Nicht ein Sicherheitscheck wartet auf jeden Teilnehmer, sondern gefühlt ein Dutzend. Passt etwas nicht, etwa ein Segel, muss Ersatz her, und zwar schnell.

"Eigentlich gibt es einen Zeitplan", lacht Andreas Deubel, "aber den hält ohnehin keiner ein." Dazu kommen die unzähligen kleinen Dinge, die die Skipper oder die Klasse noch auf die To-do-Listen geschrieben haben: Noch einmal das Tauwerk optimieren, Ausrüstung und Segel verstauen, Fragen von Schulklassen beantworten, die in knallorangefarbenen Westen neugierig auf die Minis starren, das Logo der Regatta auf dem Groß anbringen, Sicherheits- und andere Briefings, Vorstellung der Skipper, Pressetermine.

Fotostrecke: Stippvisite bei den Minis

"Man ist die ganze Zeit in Action, und dennoch bleibt das Gefühl, dass immer noch tausend Sache übrig bleiben", sagt Deubel, der wie viele andere Teilnehmer in diesen letzten Tagen vor dem Start noch Besuch von seiner Familie bekommt: Das Village der Minis steht jedem offen, Besucher können über die Stege schlendern, staunen, wie all das Zeug, das sich noch auf diesen türmt, jemals in den winzigen Hochsee-Flitzern verstaut werden soll, und den Skippern und Skipperinnen einen guten Wunsch mit auf die Reise geben.

Wie es sich anfühlt, in rauer See mit einem Mini gegen Wind und Welle zu kämpfen, was die Segler auf dem Atlantik erwartet und wie die deutschen Teilnehmer sich auf das Hochseeabenteuer vorbereitet haben, können Sie in der neuen YACHT 21/2017 nachlesen, die ab morgen im Handel erhältlich ist. Außerdem werden alle vier deutschen Teilnehmer in Steckbriefen vorgestellt – mit ihren Chancen, Hoffnungen, Zielen und Booten.

Kristina Müller am 26.09.2017

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