Rolex Sydney Hobart Yacht Race

Das Rennen seines Lebens: Hamburger Kapitän auf Kurs Hobart

Mit seinem Helgoländer Segelkamerad Martin Klawon, internationaler Crew und Glücksschwein ist Reeder Christopher Opielok in den Weihnachtsklassiker gestartet

Tatjana Pokorny am 26.12.2017
Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2017
Rolex/Studio Borlenghi

Start ins 73. Rolex Sydney Hobart Yacht Race

Die 73. Auflage des Langstreckenklassikers Rolex Sydney Hobart Yacht Race hat begonnen. 102 Yachten sind traditionell am 2. Weihnachtstag ("Boxing Day") um 13 Uhr Ortszeit in die 628 Seemeilen lange Segelregatta von Sydney über die Bass Strait nach Hobart auf Tasmanien gestartet. Mit der knapp 16 Meter langen "Rockall" ist in diesem Jahr nur ein Boot unter deutscher Flagge am Start. Die schnelle Rennyacht vom Typ TP52 hatte das Bremer Kontruktionsbüro Judel/Vrolijk vor rund zehn Jahren für den damaligen König von Spanien kontruiert, bevor es erst in die USA und nun an den Hamburger Reeder und Kapitän Christopher Opielok verkauft wurde. Für den 54-Jährigen erfüllt sich ein Lebenstraum. "Ich will dieses Rennen seit 30 Jahren segeln. Nun bin ich aufgeregt, fühle die Adrenalinstöße und freue mich gleichzeitig sehr!", hatte Opielok YACHT online kurz vor dem Start erzählt.

Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2017

"Aufgeregt und voller Vorfreude": "Rockall"-Eigner Christopher Opielok (links) und Segelfreund Martin Klawon vor dem Start zur 73. Auflage des Klassikers

Rolex Sydney Hobart Yacht Race

"Rockall" hier noch unter anderem Namen im vorherigen Roley Sydney Hobart Yacht Race im Einsatz

Der ehemalige Admiral's-Cup-Segler Opielok (54) und sein Helgoländer Segelfreund Martin Klawon gehören an Bord der "Rockall" zu den wenigen deutschen Seglern, die an der 73. Auflage der legendären Regatta teilnehmen. Zu den knapp 102 internationalen Teams zählen in diesem Jahr auch die elf Yachten der Clipper-Round-the-World-Race-Flotte, die mit dem Klassiker einen weiteren Abschnitt auf ihrem Kurs um die Welt absolvieren. Vor dem Startschuss liegt erstmals in der Clipper-Race-Geschichte mit Chris Kobusch aus Herford ein deutscher Skipper in Führung, der diese Position auf den 1163 Kilometern durch die Tasmanische See unbedingt verteidigen will.

"Black Jack" und "LDV Comanche" starten mit einem Duell in die 73. Auflage des Weihnachtsklassikers. Ein neuer Rekord scheint mit Blick auf die Windprognosen möglich

Das seit 1945 ausgetragene Rolex Sydney Hobart Yacht Race hatte 1998 sein dunkelstes Kapitel erlebt, als die Flotte von einem Jahrhundert-Orkan mit Windböen von bis zu 80 Knoten brutal überfallen wurde. Sechs Segler verloren ihr Leben, fünf Yachten sanken, 55 Aktive mussten in der größten Rettungsaktion der australischen Marine außerhalb von Kriegszeiten geborgen werden. Inzwischen wurden die Sicherheitsbestimmungen deutlich verschärft. Den aktuellen Rekord hält der 30-Meter-Supermaxi «Perpetual Loyal» mit 1 Tag, 13 Stunden, 31 Minuten und 20 Sekunden seit 2016.

Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2017

"LDV Comanche" und "Wild Oats" im Duell

Das Tempo der prominenten 100-Füßer wie Jim Cooneys "LDV Comanche" oder der "Wild Oats XI" der australischen Oatley-Familie im Kampf um den begehrten Titel "First Ship Home" und einen neuen Rennrekord wird Opieloks halb so kleine "Rockall" nicht halten könne. Eine Top-Ten-Platzierung nach berechneter Zeit aber ist durchaus möglich. Nach den ersten Stunden lag "Rockall" in der IRC-Wertung unter den schnellsten zehn Booten, in der reinen Zeitwertung ("Line Honors") auf Platz 12. Seine elfköpfige Crew verstärken der bekannte US-Segler Dee Smith und auch die Matchrace-Crew um Sam Gilmour, Sohn des America's-Cup-Gewinners und vielfachen Matchrace-Weltmeisters Peter Gilmour aus Australien.

Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2017

Der 628 Seemeilen lange Kurs von Sydney durch die Bass Strait nach Hobart auf Tasmanien

Den Namen "Rockall" trägt die Yacht, weil Opieloks Vater und der Vater des ehemaligen deutschen Sydney-Hobart-Starters Jens Kellinghusen schon zusammen segelten. Ihr erstes gemeinsames Boot benannten sie nach dem Granitfelsen Rockall, den sie in der Irischen See zusammen passiert hatten. Christopher Opielok hält die Tradition aufrecht und startet sogar mit einem am Mastfuß befestigten kleinen rosafarbenen Glücksschwein ins Rennen. Es ist ein Geschenk von NRV-Clubkamerad Jens Kellinghusen.

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Nicht ohne mein Glücksschwein: Diesen Glücksbringer hat Christopher Opielok von seinem Clubkameraden Jens Kellinghusen bekommen

Tatjana Pokorny am 26.12.2017

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