Mini-Transat 2017

"Das ist ein Traum"

Jörg Riechers wird Zweiter in der Proto-Wertung des Mini-Transat 2017, vor ihm liegt nur Mini-Ass Ian Lipinski

Kristina Müller am 15.11.2017
Mini-Transat 2017
Breschi/Mini Transat La Boulangère

Gänsehautfeeling in den frühen Morgenstunden in Le Marin auf Martinique: Nach 13 Tagen, 12 Stunden und 4 Minuten hat der deutscher Profisegler Jörg Riechers in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch die Ziellinie des Mini-Transat 2017 als Zweiter gequert, 11 Stunden und 42 Minuten hinter dem Erstplatzierten Ian Lipinski.  Der 36-jährige Lipinski gewann das Mini-Transat 2015 im Serienboot, seitdem segelte er mit seinem Proto "Griffon.fr" bei jeder Mini-Regatta auf Platz eins – und bestätigt nun mit seinem souveränen Transat-Sieg seine Favoritenrolle.

Mini-Transat 2017

Ian Lipinski auf seinem Proto 

Jörg Riechers' erklärtes Ziel war ein Podiumsplatz. Das hat er meisterhaft geschafft und zeigte sich nach der Ankunft glücklich und euphorisch:

"Es war die härteste Regatta, die ich gesegelt bin. Aber es ist super gelaufen. Meine Taktik, nach Süden zu segeln, hat sich ausgezahlt. Aber es war auch das erste Transat, das ich gesegelt bin, bei dem ich mich wirklich einsam gefühlt habe. Niemand im Funk, niemand, mit dem du sprechen kannst. Ganz allein sein für 14 Tage, das ist hart. Aber es macht auch super Spaß. Als Zweiter anzukommen, das ist ein Traum – es könnte nicht besser sein. Nach der ersten Etappe, bei der ich als Siebter angekommen bin, war ich enttäuscht. Das ist normal. Jetzt bin ich unglaublich zufrieden, ich könnte gerade nicht glücklicher sein. Das ist einfach ein großer Erfolg."

Mini-Transat 2017

Ankunft in der Dunkelheit: 13,5 Tage nach dem Start vor Las Palmas quert Riechers die Ziellinie in der Karibik

Über seinen Konkurrenten Ian Lipinski sagt Riechers lachend: "Jan nimmt die Pinne und fährt voraus. Für ihn gibt es keine andere Option: Er fährt voraus und kommt an. Das ist die Lipinski-Art.  Und das ist auf jeden Fall herausragend. Er hat ein gutes Boot, ein super Training – besser kann es nicht laufen."

Riechers' Prototyp "Lilienthal" wurde erst im Frühsommer fertig gebaut, bis auf wenige Mini-Testregatten hatte der Hamburger kaum Zeit, das Boot kennenzulernen. Riechers' Mini-Transat-Teilnahme ist Teil der Hochsee-Kampagne des neu gegründeten Offshore Team Germany (s. YACHT 14/2017).

Mini-Transat 2017

Sehr müde, aber sehr glückliche Sieger nach dem Sprung ins Wasser: Jörg Riechers (l.) und Ian Lipinski

Wie er sich fühle, wurde Riechers im Hafen von Martinique noch gefragt: "Sehr glücklich, aber unglaublich müde." Zeit für die obligatorische Sektdusche und ein Bad im Hafenbecken mit Ian Lipinski nahm sich der Hamburger vor dem Gang in die Koje dennoch.

Weitere Informationen zum Rennverlauf:

Simon Koster wird voraussichtlich als Dritter im Proto heute Martinique erreichen. Erwan le Draoulec, Führender bei den Serienbooten, wird in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag erwartet. Clarisse Crémer, derzeit auf Rang zwei, wird auf ihren letzten 230 Seemeilen noch um ihren Platz kämpfen müssen.

Oliver Tessloff (Position 21) hat noch 470 Seemeilen vor sich, Lina Rixgens (Position 35) und Andreas Deubel (Position 36) beide noch etwa 630 Meilen.

Der Mini-Transat-Tracker

Kristina Müller am 15.11.2017

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