100 Tage auf See

Boris Herrmann wird Fünfter!

10.04.2011 Jochen Rieker, Fotos: FNOB - Mit dem Finish des Barcelona World Race am Sonntag um 17.15 Uhr fügt der 29-jährige Hochseeprofi seiner Karriere ein großes Kapitel hinzu

Boris Herrmann 5ter beim Barcelona World Race
Fotograf: © FNOB

Boris Herrmann nimmt den Festmacher an, der seine "Neutrogena" vor dem Start am Steg hielt

Erster Deutscher in der Class 40.

Bester Deutscher im Artemis Transat.

Erster Deutscher, der bei einer Zweihand-Weltregatta siegte.

Erster Deutscher in der Open 60.

Erst der zweite Deutsche nach Wilfried Erdmann, der nonstop die Welt umsegelt hat.

Und jetzt, zusammen mit seinem Co-Skipper Ryan Breymaier: Fünfter beim Barcelona World Race, dem nach der Vendée Globe härtesten Nonstop-Rennen der Imoca-Klasse.

Boris Herrmann 5ter beim Barcelona World Race
Fotograf: © FNOB

Boris und Co-Skipper Ryan Breymaier feiern ihre Ankunft im Stadthafen von Barcelona mit Handfackeln

Es ist schwer, den Weg von Boris Herrmann zu überschätzen. Denn seine Erfolge waren schwer erkämpft, seine Kampagnen nie üppig, meist extrem knapp und in letzter Minute finanziert. Dennoch gelang ihm als Erstem der Aufstieg in die von Franzosen dominierte Szene der Extremsegler.

Selbst in der letzten Nacht gaben er und sein Co Ryan Breymaier alles, segelten teils mit 15 Knoten dem Ziel entgegen und einer Schwachwindzone davon.

Boris Herrmann 5ter beim Barcelona World Race
Fotograf: © FNOB

Alfonso, das Maskottchen, das Boris schon beim Sieg im Portimao Global Ocean Race begleitet hatte, segelt am Bugspriet des Open 60 dem Ziel entgegen

Der fünfte Platz der beiden fand international Beachtung – auch im Mutterland der Imoca-Klasse, Frankreich. Der Kommentator des Barcelona World Race nannte ihre Vorstellung "ein sehr reifes Rennen für so eine junge Crew, besonders wenn man bedenkt, dass es ihr erster großer Auftritt mit einem Open 60 war".

Zwei Mal lagen Boris und Ryan an 3. Position, vor Gibraltar und im Südpazifik. Und so hätten sie durchaus in Barcelona einkommen können, wäre nicht einer der beiden Hydraulikzylinder für den Neigekiel ausgefallen, der ihre Möglichkeiten auf dem Rückweg im Atlantik ernsthaft behindert – ausgerechnet bei tagelangen Amwind-Bedingungen, in denen "Neutrogena" sonst ausgesprochen schnell segelt. 

Auch in der inoffiziellen Nonstop-Wertung beenden die Rookies ihr Rennen auf Rang 3, denn sowohl die siegreiche "Virbac-Paprec " als auch die viertplatzierte "Estrella Damm" sind nur mit Reparaturstopps um den Globus gekommen.

YACHT online wird in den kommenden Tagen den Erfolg von Boris Herrmann und Ryan Breymaier ausführlich dokumentieren und analysieren. Exklusive Bildgalerie am Montag. Das große YACHT tv-Feature folgt ab Dienstag.

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