Auszeichnung

Boris Herrmann holt German Offshore Award

Für seinen Sieg im Portimão Gobal Ocean Race 2009 erhält der Skipper der "Beluga Racer" erneut Anerkennung

Jochen Rieker am 15.02.2010

Jubelnder Sieger: Im Hamburger Rathaus wurde Hochsee-Profi Boris Herrmann geehrt

Nominiert für den Preis war er schon im Vorjahr – damals für seinen sensationellen 2. Platz im Artemis-Transat. Jetzt aber hat er die Auszeichnung der German Offshore Owners Association gewonnen. Eine verdiente Ehrung

Man könnte auch sagen: überfällig. Denn keine deutsche Yacht und kein deutscher Skipper haben in den vergangenen beiden Jahren international für mehr Aufsehen gesorgt als Boris Herrmann auf seiner "Beluga Racer".

Mit dem Hochsee-Regatta-Preis, der vor 250 geladenen Gästen im Festsaal des Hamburger Rathauses verliehen wurde, fand die Ausnahmeleistung des 28-jährigen Oldenburger in seiner Heimat erneut offiziell Anerkennung. Zuvor hatte er schon den Trans-Ocean-Preis 2009 erhalten.

In der vergangenen Saison siegte Herrmann zusammen mit seinem Freund und Co-Skipper Felix Oehme auf einer nur zwölf Meter langen Class-40-Rennyacht bei der ersten Auflage des Portimão Global Ocean Race — einer Zweihand-Regatta, die in fünf Etappen um die Welt führt. Dieser Erfolg bildete die Grundlage für die Entscheidung der Jury.

Doch es war nicht Boris Herrmanns einzige Spitzenleistung im vergangenen Jahr. Im Rolex Fastnet Race 2009 belegte er mit größerer Crew und neuem Boot Platz 3 in seiner Gruppe.

Laudator Mathias Müller von Blumencron, der mit seiner eigenen Class 40 "Red" selbst zu den Nominierten zählte, würdigte Boris Herrmann als "Ausnahmesegler". Sein Erfolg sei "absolut fantastisch". In der von Franzosen und Briten dominierten Szene der Extremsegler habe er sich einen Ruf erarbeitet "wie ein Gangster-Rapper in der Bronx". Boris' Ziel, als erster Deutscher an der Vendée Globe teilzunehmen, sei beispielhaft. "Man wünschte sich mehr solche Menschen, nicht nur im deutschen Segelsport", so von Blumencron.

Komplexes Auswahlverfahren, schwierige Entscheidung
Bei ihrer Entscheidung musste die Jury, die insgesamt elf Yachten nominiert hatte, Erfolge von unterschiedlichen Crews bei zahlreichen sehr unterschiedlichen Regatten berücksichtigen und gegeneinander abwägen. Ein Verfahren, in das auch die Wetterbedingungen Eingang fanden.

Dabei lag nach der ersten Auswertung zunächst ein anderes Boot vorn: die "Sjambok" von Eigner Jens Kühne. Sie hatte beim Rolex Fastnet Race unter 300 Yachten den 17. Platz in der Gesamtwertung errungen. Doch konnte diese Leistung letztlich nicht ausgezeichnet werden.

Volker Andreae, der Initiator des German Offshore Awards, erklärte dazu gegenüber YACHT online: "Laut der Stiftungsurkunde für den German Offshore Award soll der Preis an diejenige deutsche Yacht vergeben werden, die die höchste Punktzahl aufgrund ihrer Platzierung und auch aufgrund der Größe des Teilnehmerfeldes in der bewerteten Regatta erzielt."

Andreae weiter: "Nachdem sich herausstellte, dass die 'Sjambok' bei dem für die hervorragende Bewertung maßgeblichen 17. Platz im Fastnet Race unter dem Nationalitätenkennzeichen 'USA' gestartet war, hat die Jury auf der Grundlage von Rule 77 der Isaf Regulations und nach Konsultation mit dem DSV entschieden, dass ihr der Preis nicht verliehen werden könne. Auch wenn die Yacht aufgrund des deutschen Eigners nach internationalem Flaggenrecht die deutsche Flagge führen darf, hielt die Jury angesichts des für Regattaleistungen vergebenen Preises die internationalen Regeln der Isaf für maßgeblich."

Jochen Rieker am 15.02.2010

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