Ostar & Twostar

Atlantiksturm verwüstet Regattafeld

Seenot, Abbrüche, Abbergungen: Ein Tief mit 60 Knoten Wind beutelte am Wochenende die Teilnehmer des Ostar und Twostar. Röttgering liegt aber weiter vorn

Kristina Müller am 12.06.2017
Atlantiksturm während Ostar
Joint Taskforce-Atlantic

Nachdem sich die Flotte des Ostar und Twostar bis in die Mitte des Nordatlantiks vorgearbeitet hatte, musste sie am vergangenen Wochenende mit einem Tief kämpfen, das mit 60 Knoten und 15-Meter Wellen über die Segler herfegte.

Die extremen Bedingungen lösten eine Reihe von Seenotfällen in dem sehr heterogenen Teilnehmerfeld aus und dezimierten es derart, dass nun von ursprünglich 21 gestarteten Yachten nur noch acht in Richtung der Ziellinie vor Newport/Rhode Island segeln: Sechs in der Ostar-Wertung, zwei im Twostar – hier liegen Uwe Röttgering und Asia Paikowska weiterhin mit der Class 40 "Rote 66" in Führung.

Drei Epirbs wurden während des Sturms ausgelöst und veranlassten die kanadische Küstenwache aus Halifax, Rettungskreuzer und Hubschrauber zu den Havaristen zu schicken. Darunter war die "Tamarind", eine Formosa 42 des Ostar-Veteranen Mervyn Wheatly. Die "Queen Mary 2" barg den 73-jährige Wheatly ab, der Luxusliner war von der Rettungsleitstelle zu Hilfe gebeten worden.

Ostar/Twostar 2017

Die Flotte des Ostar/Twostar 2017, Stand 12. Juni: Nur noch wenige Yachten sind im Rennen

Ein SAR-Hubschrauber kam dem italienischen Skipper Michele Zambelli zu Hilfe, der nach Problemen mit dem Kiel seiner Class 950 "Illumia" in die Rettungsinsel stieg und die Epirb aktivierte. Die kanadischen Retter brachten ihn nach Neufundland.

Etwas wenig glimpflicher kam Keith Walton mit seiner Najad 490 "Harmonii" davon: Mit beschädigtem Großsegel motort er derzeit zurück in Richtung zu den Azoren. Auch der Brite Peter Crowther hat nach Problemen mit dem Segel das Rennen aufgegeben und Kurs auf Großbritannien genommen.

Kass Schmitt, die einzige Frau im Ostar-Feld, musste mit Problemen in der Energieversorgung und an der Windsteueranlage aufgeben und läuft Irland an.  

Der Führende der Ostar-Flotte und Sieger des letzten Ostar 2013, Andrea Mura, hat für einen technischen Stopp vor Anker Halifax angelaufen.

Unter den Twostar-Crews traf es die Sun Fast 37 "Happy" am heftigsten: Sie erlitt im Sturm Mastbruch. Die niederländische Crew Wytse Bouma und Jaap Barendregt wurden von einem Hochseeschlepper gerettet.

Einer bulgarischen Crew, bestehend aus Mihail Kopanov und Dian Zaykov, kam ein Forschungsschiff zu Hilfe und nahm die beiden Segler an Bord. Ihre Luffe 37.09 sank im Sturm.  

Zum Race-Tracker geht es hier.

Kristina Müller am 12.06.2017

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