Regatta-News

ARC 2004 - in vier Wochen ist Start

Die letzten Vorbereitungen für die Atlantic Rally for Cruisers laufen. 204 Boote aus 24 Nationen starten

Carsten Kemmling am 26.10.2004

Die diesjährige ARC, die von Gran Canaria nach St. Lucia führt, startet am 21. November. Über 80 Teilnehmeryachten haben Las Palmas schon erreicht. Manche Crews erkunden die anderen Kanareninseln, andere lassen ihre Yacht sicher im Hafen liegen und verbringen die Zeit an Bord. Noch nie waren so viele Yachten so früh bereits vor Ort.

In diesem Jahr sind 204 Crews aus 24 Nationen dabei. Machten die Briten im vergangenen Jahr noch mehr als die Hälfte der Meldungen aus, so ist ihr Anteil diesmal auf 43 Prozent geschrumpft. Sie sind aber wieder die am häufigsten vertretene Nationalität, gefolgt von Deutschland mit 15 Prozent. Stark vertreten sind ebenfalls Holland, Amerika, Norwegen, Italien und Frankreich.

Die Durchschnittsgröße der Yachten liegt inzwischen bei 14,50 Meter. Das ist eine leichte Erhöhung gegenüber dem Vorjahr. Doch es nehmen auch 32 Boote unter 40 Fuß (12 Meter) teil. Die kleinste Yacht der ARC misst 9,09 Meter und ist eine Comfort 30 aus Norwegen. Am anderen Ende der Skala gibt es zwei Giganten: Peter Harrisons "Sojana" mit 38,11 Metern und "Leopard of London" mit 29,49 Metern, beide aus England.

30 Boote kommen aus Deutschland. Das ist, verglichen mit der letztjährigen Veranstaltung, ein Anstieg um 11 Teilnehmer. Das kleinste deutsche Boot ist die 10 Meter lange "Nis Randers", eine Scorpion 1000, die der Familie Mansholt gehört. Drei Generationen sind an Bord vertreten: vom 4-jährigen Sohn bis zum 77-jährigen Großvater Mansholt.

Das größte deutsche Boot dieses Jahr ist die 20 Meter lange "Amoenitas", eine Andre Hoek 68 von Claus Heinrich. Wieder dabei ist die "Peter von Seestermühe", die älteste Yacht des Feldes. Die schöne Henry-Gruber-Ketsch von 17 Meter kann auf eine lange, abenteuerliche Geschichte zurückblicken und hat am ersten Whitbread 1974 teilgenommen.

In der Regattagruppe der kleineren Yachten will der russische Eigner Mikhail Mouratov mit seiner Swan 48 seinen Titel verteidigen. Doch die Konkurrenz ist dieses Jahr sehr stark.

Eine ganz andere Herangehensweise an die ARC haben viele der kleineren Fahrtenyachten, die zum ersten Mal auf große Fahrt gehen. Jason and Kirstie Pickering hatten ihre Teilnahmepläne zuerst auf Eis gelegt, als sich ein Baby angekündigt hatte. Sie entschieden aber nun, das Mädchen auf ihrer sieben Jahre alten Moody 31 mitzunehmen. Es wird seinen ersten Geburtstag am Tag des ARC-Starts feiern.

Es gibt 15 Yachten mit Kindern an Bord, insgesamt 27 Kinder. Ein Vater-und-Sohn-Team sind die beiden Brians auf einer Warrior 40. Der 38-jährige Sohn ist der Skipper und sein 71 Jahre alter Vater Crewmitglied.

Die frisch verheirateten Duncan und Inge Stewart planen ihre erste Atlantiküberquerung an Bord ihrer Westerly Oceanlord 48 „Anam Cara“ zweihand, als Teil ihrer einjährigen Hochzeitsreise. Normalerweise sind bei der ARC ungefähr 20 Yachten dabei, die die Überfahrt zweihand angehen. Für sie findet extra in Las Palmas ein Workshop statt, um die Segler zusammenzubringen, Sicherheitsfragen und Probleme zu diskutieren und Ideen auszutauschen.

Die Norweger Ole Schjerven und Trine Sjøvold versuchen, das Beste aus ihrem Leben zu machen. Nachdem er sich von einem Schlaganfall im letzten Jahr erholt hat, überzeugte Ole seine Partnerin davon, dass eine Reise in die Karibik ein gutes Heilmittel wäre. Trine ist noch niemals zuvor gesegelt und gibt ihr Debüt auf einer der kleineren ARC-Yachten, einer Gambling 34. Sie hat vor, ihre Fähigkeiten als Lachcoach einzusetzen, um die Flotte bei guter Stimmung zu halten.

Das Veranstaltungsprogramm der ARC in Las Palmas beginnt am 8. November. Es beinhaltet Inselrundfahrten, Seminare, Partys und Abendessen mit dem Ziel, dass sich die Teilnehmer näher kommen und die Stadt Las Palmas und die schöne Insel besser kennen lernen. Besonderer Wert wird gelegt auf die Vorbereitungsseminare für Skipper und Crew. Dabei wird Wissen weitergegeben und praxisnah referiert über Themen wie erste Hilfe auf See, Zweihand-Segeln, Umgang mit Notfällen auf hoher See, Notnavigation und Wetter.

Vom 8. bis 21. November liegen die Yachten in der Muelle Deportivo. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist das Feuerwerk über dem Hafen am Freitag, dem 19. November. Während der ARC ist die Muelle Deportivo für das Publikum geöffnet, die Yachten sind jedoch nicht zur Besichtigung freigegeben. Am Tag des Starts verlassen die Yachten gegen 10.30 Uhr den Hafen, und unzählige Zuschauer säumen die Hafenmole, um sie feierlich zu verabschieden.

Der spektakuläre Massenstart findet auf einer Linie außerhalb des Hafens von Las Palmas statt, der den ganzen Morgen für die Schifffahrt gesperrt ist. Zunächst startet die kleinere Regattagruppe um 12.40 Uhr, dann um 13.00 Uhr die Fahrtenseglergruppe, die die größten Teil der Flotte ausmacht.

Die offizielle ARC-Webseite berichtet täglich ab dem 8. November: www.worldcruising.com/arc.

Carsten Kemmling am 26.10.2004

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