Segeln olympisch

30 Millionen für GBR-Olympiaflotte

Eine schöne Bescherung: Großbritanniens Olympiasegler können weiter aus dem Vollen schöpfen, erhalten 30 Millionen Euro Fördergelder

Tatjana Pokorny am 20.12.2012
Ben Ainslie

Ben Ainslies Nachfolger freuen sich über mehr als 30 Millionen Euro Fördergelder bis zu den Olympischen Spielen 2016

Mit Ben Ainslies Gold und vier weiteren Silbermedaillen waren die Briten zwar hinter Australien "nur" die zweiterfolgreichste Segelnation der Olympischen Spiele 2012, aber immer noch das Team mit den meisten Medaillen. Zuvor hatte die Flotte der Royal Yachting Association (RYA) 2004 und 2008 die olympische Nationenwertung im Segelsport deutlich gewonnen. Das Leistungshoch der Briten hält an und wurde nun kurz vor Weihnachten mit großzügig bemessenen staatlichen Fördergeldern belohnt: Ben Ainslies Nachfolger erhalten zur Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2016 vor Rio de Janeiro 30.151.300 Euro.

"Die Nachricht ist uns hochwillkommen und ermöglicht uns den Durchstart in die Vorbereitungen und die Umsetzung unserer Pläne. Wir haben bei den Olympischen Spielen in diesem Sommer fünf Medaillen geliefert und zählen weiterhin zu den leistungsstärksten britischen Sportarten", konstatiert RYA-Leistungssportdirektor John Derbyshire, "wir sind insbesondere begeistert über die substanzielle Erhöhung des Budgets für unser paralympisches Programm. Nachdem wir ohne Medaillen aus Peking zurückgekehrt waren, hat das Team enorm hart gearbeitet, um seine Bilanz wieder zurechtzurücken. Ergebnis waren eine Gold- und eine Bronzemedaille in drei Disziplinen. Wir sind hocherfreut, dass UK Sports dieser Entwicklung Rechnung trägt und es uns erlaubt, den eingeschlagenen Weg mit Blick auf Rio und darüber hinaus weiterzugehen." 

Philipp Buhl Kieler Woche Tag 1

Zählt zu den Hoffnungsträgern für die Olympischen Spiele 2016: Philipp Buhl im Laser

Von den britischen Bedingungen können die deutschen Segler weiterhin nur träumen. Aber: Etwa die Hälfte des britischen Budgets steht inzwischen auch dem deutschen olympischen Segelsport zur Verfügung. Die Fördergelder setzen sich hierzulande aus Mitteln und Leistungen des Bundesministeriums des Innern (BMWI), des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), des Deutschen Segler-Verbandes (DSV), des Sailing Team Germany (STG), des Heinz Nixdorf Vereins und auch der Olympiastützpunkte zusammen. Dazu kommen Basisleistungen und Zuwendungen der Vereine, der Eltern, einiger Individualsponsoren und anderer Quellen. Nach dem Leistungstief der deutschen Olympiasegler 2004 geht es wieder bergauf. 

Olympia

Die deutsche Aufholjagd ist eingeläutet: Simon Grotelüschen erkämpfte Platz sechs bei den Olympischen Spielen 2012

Olympia 2012

Die deutsche Flagge soll auch im Segelsport wieder höher wehen

Oliver Schwall, 2009 Mitgründer des Sailing Team Germany, erklärt den Vorsprung der Briten: "England steht etwa im 15. Jahr der nachhaltigen Professionalisierung. Wir dagegen stehen in Jahr drei. Insofern ist der Vergleich zu relativieren. Die Engländer sind uns mit Blick auf die Erfolge entsprechend etwa zwölf Jahre voraus. Sie haben diesen Vorsprung in allen Bereichen: In der monetären Aufstellung, mit ihren Talenten und auch in der öffentlichen Wahrnehmung. Diesen Vorsprung gilt es aufzuholen. Wir sind eine junge Mannschaft, die sich in Weymouth sehr tapfer geschlagen hat. Unser Ziel ist für die Zukunft klar definiert: Wir wollen wieder zu den Besten gehören und auch die Briten schlagen!"

Toni Wilhelm

Hoffnungsträger für die Olympischen Spiele 2016: RS:X-Surfer Toni Wilhelm

Die Zeichen dafür stehen nicht ganz schlecht: Die großen STG-Partner Audi und SAP haben ihre Verträge bereits bis 2016 verlängert und damit dem deutschen olympischen Segelsport ihr Vertrauen ausgesprochen. Weitere Partner verstärken das STG. Vier Medaillen peilen die DSV-Flotte und das paralympische Segelteam 2016 an. Ein Aushängeschild der wiedererstarkenden Equipe ist RS:X-Surfer Toni Wilhelm. Der Schwarzwälder sagt: "Ich werde mir die 2012 so knapp verpasste Olympiamedaille zu jedem Weihnachtsfest bis 2016 wünschen. Und hart dafür arbeiten."

Tatjana Pokorny am 20.12.2012

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