Segeln olympisch

Nachhilfe für eine Olympia-Legende

Die Berliner Bronzemedaillengewinner Erik Heil und Thomas Plößel trainieren am Gardasee. Für Olympiasieger Robert Scheidt – neu im 49er – gab es wertvolle Tipps

Tatjana Pokorny am 11.04.2017
Heil/Plößel 49er
Wecamz

Der Berliner Bronzemedaillen-Gewinner Thomas Plößel mit Olympia-Legende Robert Scheidt bei Training auf dem Gardasee

"Es war uns eine Ehre, Robert Scheidt heute ein paar Tricks zu zeigen!" Erik Heil und Thomas Plößel trafen beim Trainingscamp am Gardasee auf Segel-Legende Robert Scheidt, der dort mit seiner Familie lebt und trainiert. Der Doppel-Olympiasieger und fünfmalige olympische Medaillengewinner ist im vergangenen Jahr zum Erstaunen vieler Fans aus seiner Lieblingsklasse Laser (neun WM-Titel!) in den olympischen 49er umgestiegen. Der Wechsel markierte 2016 Scheidts vorläufigen Rücktritt vom olympischen Rücktritt. Der 43-Jährige will es doch noch einmal wissen, weil ihn seine olympische Leidenschaft nicht loslässt. Mit Vorschoter Gabriel Borges pirscht sich Scheidt langsam an die Weltspitze im 49er heran. Daran nahmen nun auch die Berliner 49er-Bronzemedaillengewinner von Rio Anteil. Heil und Plößel versorgten den Brasilianer auf dessen Heimatrevier mit ein paar Schätzen aus ihrer Trickkiste.

Erik Heil und Thomas Plößel

Die deutschen 49er-Segler beim Training

Die deutschen 49er-Segler trainieren am Gardasee für den Weltcup in Hyères Ende April. Gleichzeitig hat das Duo im Winter einige Weichen neu gestellt und sich in Vorbereitung auf die zweite Olympia-Kampagne mit Ziel Tokio 2020 nach dem Medaillen-Erfolg in Rio de Janeiro breiter aufgestellt. "Ja, wir haben Olympia erneut im Visier", sagte Erik Heil, "aber wir wollen auch auf anderen großen internationalen Bühnen Erfahrungen sammeln. Dazu haben wir mit dem Armin Strom Sailing Team von Flavio Marazzi ein 'Think Tank' gegründet und ein Team formiert. Gemeinsam wollen wir im GC32-Circuit angreifen – der zurzeit wichtigsten Profiserie, in der sich Matchrace-Weltmeister, Olympiasegler und talentierter America's-Cup-Nachwuchs die Erfahrung für mögliche America's-Cup-Einsätze in der Zukunft holen."

Heil/Plößel 49er

Tokio 2020 im Visier: die 49er-Bronzemedaillengewinner Erik Heil und Thomas Plößel

Heil/Plößel Training Gardasee April 2017

Erik Heil und Thomas Plößel beim Gardasee-Training

Heil/Plößel 49er

Auch technisch auf Ballhöhe: Erik Heil und Thomas Plößel

Heil wird im Armin Strom Sailing Team als Segler zunächst die Rolle des Taktikers übernehmen, der zweimalige Olympia-Vierte Flavio Marazzi steuert. Der Schweizer Macher, Mentor und Motor des Projekts will intensiv in olympische Talente investieren. Bei der Aufstellung seines Teams hat Marazzi Top-Segler im Visier, die bereits eine oder mehrere Olympia-Kampagnen absolviert haben. An Marazzis Seite steht auch der erfahrene Starboot-Weltmeister und Olympia-Sechste Frithjof Kleen, der das "Olympia goes GC32"-Projekt als Coach und Ratgeber unterstützt. Mit vereinten olympischen Kräften will die neue Mannschaft das GC32-Establishment herausfordern. "Für uns Olympiasegler bedeutet das Engagement in erster Linie eine Wissenserweiterung für die Olympia-Kampagne, aber natürlich auch die Chance zum Messen mit dem Besten im Business", sagt Heil, "wir empfinden es wie einen Jackpot, in Flavios Team in mitgestaltender Funktion agieren zu dürfen. Wir übernehmen Verantwortung und haben einen Pool von acht, neun Top-Leuten aufgebaut."

ARMIN STROM Sailing Team

Eine olympisch gute Mannschaft für den GC32-Circuit: das Armin Strom Sailing Team

ARMIN STROM Sailing Team

Traumhaft schöne Trainingstage mit dem Armin Strom Sailing Team auf dem Gardasee

Im Jahr 1 nach den Olympischen Spielen wechseln sich für Heil/Plößel GC32-Regatten mit olympischen Trainings und Regattaeinsätzen ab. Im April steht der Sailing World Cup Hyères für das 49er-Duo auf dem Programm. Im Mai voraussichtlich der Eurosaf Cup vor Medemblik und eine GC32-Regatta auf dem Gardasee. Gesetzt sind unter anderem Starts bei der 49er-Weltmeisterschaft vor Porto (Portugal) und beim Sailing World Cup in Tokio sowie weitere GC32-Starts.

Tatjana Pokorny am 11.04.2017

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