WM Laser Standard

Medaillenchance gewahrt: Buhl nach kuriosem Rennen Vierter

Das eigenwillig verlaufene einzige WM-Rennen am Sonntag stellte vor Split auch die Besten auf eine harte Probe. Philipp Buhl rückte weiter vor

Tatjana Pokorny am 17.09.2017
WM Laser 2017
WMLASER2017SPLIT

Philipp Buhl bei der Laser-WM vor Split

Gestern hatten sie noch hochsommerliche Bedingungen, heute dann das: Ein heftiges Gewitter und dicke Hagelkörner sorgten am Sonntag im kroatischen Split dafür, dass die Goldflotte der Laser-Weltmeisterschaft den Hafen bis mittags nicht verlassen konnte. Doch so stark die Winde am Vormittag über den Kurs gestürmt waren, so schnell flauten sie auch wieder ab. Nur ein einziges Goldflotten-Rennen kam mühsam zustande, Silber- und Bronzeflotte kamen nicht zum Einsatz.

Dieses eine Rennen der Besten verlief kurios, "fast schon lustig", wie Bundestrainer Alex Schlonski berichtete, "ich hätte da nicht im Boot sitzen wollen". Der Wind war auf der Linie in einigen Bereichen beim Start so abrupt weggebrochen, dass eine ganze Gruppe Steuerleute chancenlos stehen blieb und bis zu 15 Sekunden gegen die etwa einen Dreiviertelmeter hohe Welle nicht vom Fleck kam. Erst dann konnten die Abgehängten ihre Aufholjagd starten. Zu ihnen gehörte auch Philipp Buhl, der sich immerhin noch auf Platz 18 retten konnte und mit einem "blauen Auge" davonkam. Obwohl der Sonthofener diesen 18. Rang als zunächst erstes und einziges Goldflotten-Rennen noch nicht streichen durfte, rückte er auf Platz vier vor.

Denn auch andere Top-Leute hatte es erwischt, manche härter als Buhl: Der bislang mit vier Tagessiegen so souverän agierende Spitzenreiter Pavlos Kontides fiel mit Rang 26 nach seinem Materialbruch am Vortag auf Platz sieben zurück. Doppelweltmeister Nick Thomson liegt nach Rang 20 auf Platz neun. Der olympische Silbermedaillengewinner Tonci Stipanovic kam am Sonntag als 14. ins Ziel und liegt auf Platz 10. Rios Bronzemedaillengewinner Sam Meech stürzte mit Rang 39 von Platz vier auf Platz 13 ab. In Führung liegt der Franzose Jean-Baptiste Bernaz vor dem Australier Matthew Wearn und seinem Landsmann und Olympiasieger Tom Burton.

Laser-WM vor Split 2017

Der Australier Matthew Wearn in einer Szene am Samstag. Er liegt vor seinem Landsmann und Olympiasieger Tom Burton auf Platz zwei

Laser-WM vor Split 2017

Ein Bild vom Vortag, als es die WM-Segler noch mit Winden zwischen 15 und 20 Knoten zu tun hatten

Laser Weltmeisterschaft 2017

Philipp Buhl im WM-Revier vor Split

Doch die Serie ist noch lange nicht entschieden. An den verbleibenden beiden Tage bis zum Finale am Dienstag können noch maximal fünf Rennen ausgetragen werden. Für Montag erwartet die WM-Flotte erneut schwierige Bedingungen. Experten gehen davon aus, dass fühestens am Nachmittag gesegelt werden kann, wenn sich die erhoffte Seebrise denn überhaupt einstellt. Erst für Dienstag werden wieder mehr Wind und bessere Bedingungen erwartet. Alles deutet auf ein kriminal spannendes Endspiel hin. "Und in dem zählt jeder Punkt", weiß Buhl, der schon so oft mit nervenstarkem Endspurt beeindrucken konnte. Das Rennen kommentierte der 27-Jährige gelassen: "Es waren krasse Bedingungen. Es ging stark in Richtung Schweinerennen. Aber mit dem Gesamtstand kann ich gut leben."

Buhl kommt zugute, dass sein bisheriger Streicher ein zehnter Rang ist. Sobald mehr als eine Goldflotten-Wettfahrt absolviert ist, streicht er stattdessen die 18 Zähler vom Sonntag. Kommen bei der WM zehn oder mehr Wettfahrten zustande, dann darf ein zweites Ergebnis, maximal aber nur eines aus der Finalrunde gestrichen werden. Damit bleibt die Entscheidung im Kampf um die Laser-WM-Krone weiterhin weit offen und hart umkämpft.

Hier geht es zu den Ergebnissen

Tatjana Pokorny am 17.09.2017

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