Segeln olympisch

"Das WM-Revier bietet uns Deutschen eine Riesenchance!"

2018 geht es bei der WM aller Olympia-Klassen vor Aarhus um Nationenstartplätze für Olympia 2020. Bei der Testregatta wurde klar: Das Revier liegt den Deutschen

Tatjana Pokorny am 13.08.2017
Testregatta Aarhus 2017
Jesus Renedo/Sailing Energy/Aarhus Sailing Week

Auch für die EM-Dritten Jurczok/Lorenz war es trotz des geplanten vorzeitigen Abbruchs der Testregatta vor Aarhus ein gewinnbringender Einsatz im 49erFX

Selten waren sich alle Starter des German Sailing Teams bei und nach einer Regatta in ihrer Einschätzung so einig. Egal, wen man in der deutschen Mannschaft bei dieser Testregatta in Aarhus fragte: Das Revier, in dem jetzt die Generalprobe für die Weltmeisterschaft aller olympischen Segeldisziplinen 2018 stattfand, ähnelt dem Heimat- und Trainingsrevier der deutschen Segler vor Kiel sehr. Das ist eine gute Nachricht, denn vor Aarhus werden bei der WM im kommenden Jahr bereits die ersten Nationenstartplätze für die Olympischen Spiele 2020 verteilt. Und die wollen sich die Leistungsträger der DSV-Flotte möglichst frühzeitig sichern.

Testregatta Aarhus 2017

Wieder in der Weltspitze: Philipp Buhl (M.) im Laser bei der WM-Testregatta vor Aarhus

Der Werbe-Clip der Dänen für die Titelkämpfe in allen olympischen Segeldisziplinen im kommenden Jahr. Dabei geht es dann neben Titeln auch schon um die Nationenstartplätze für Olympia 2020

"Es ist ein Revier für uns Deutsche", sagte Philipp Buhl, der bei der Testregatta auf Platz sechs segelte und damit einmal mehr in einem sehr stark besetzten Feld eine Weltklasse-Leistung zeigte. Buhls Fazit: "Jeder Trainingstag vor Kiel ist auch einer für die WM in Aarhus im kommenden Jahr." Für Buhl persönlich bedeutete die Testregatta einen "Doppel-Test": "Ich wollte sehen, wie es bei der WM im kommenden Jahr sein wird, wenn wir schon um Nationenstartplätze für Enoshima kämpfen. Aber ich wollte auch prüfen, wo ich vor der WM Anfang September in Split stehe. Mit beidem bin ich sehr zufrieden." Der Weltranglisten-Erste hat sich für die kommenden Jahre seiner dritten Olympiakampagne viel vorgenommen und sagte in Aarhus mit einem Lächeln: "Ich habe nächstes Jahr Großes vor. Wenn es nicht schon dieses Jahr klappt..." Der Traum vom ersten Laser-WM-Titel für einen deutschen Athleten treibt den Sonthofener weiter an. Bislang hatten bei Welttitelkämpfen in der olympischen Einhandjolle Andreas John (1985), Stefan Warkalla (1991) und Buhl selbst (2015) Silber gewinnen können.

Testregatta Aarhus 2017

Nadine Boehm und Ann-Christin Goliaß segelten im 470er im künftigen WM-Revier vor Aarhus auf Platz vier

In Aarhus konnten sich bei der Testregatta auch die deutschen 470er-Seglerinnen gut in Szene setzen. Ihr Feld war zwar mit Blick auf nur zwölf startende Boote eher eine Miniaturflotte, doch, so Nadine Boehm, "waren die Top Ten schon die sehr Guten, und uns gibt es viel Zuversicht, dass wir mit denen mitfahren können". Nadine Boehm und Ann-Christin Goliaß erkämpften sich beim Test vor Aarhus Platz vier, Frederike Loewe und Anna Markfort wurden Sechste. Die deutschen Skiff-Segler zeigten bei den Frauen mit den EM-Dritten Vicky Jurczok/Anika Lorenz und bei den Männern mit den Kielern Justus Schmidt/Max Boehme starke Einzelleistungen, beendeten die Regatta aber – wie zuvor geplant – aufgrund von Terminüberschneidungen vorzeitig. Max Boehme sagte wie auch Philipp Buhl: "Wir hatten ganz typische Aarhus-Bedingungen: Drehende, böige Winde – ganz, wie wir es auch aus Kiel kennen. Das kommt uns entgegen." Die Skiffsegler bereiten sich jetzt auf ihren Jahreshöhepunkt vor: Ihre Weltmeisterschaft 2017 beginnt Ende August in Portugal. Dort steigen auch die Rio-Bronzemedaillen-Gewinner Erik Heil und Thomas Plößel wieder ins 49er-Geschehen ein.

Tatjana Pokorny am 13.08.2017

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