WM Laser Standard

Bitter für Buhl: Vierter nach vorzeitigem WM-Abbruch

Sein Ergebnis ist herausragend, das WM-Ende aber geriet zur Nullnummer: Philipp Buhl durfte am Dienstag nicht mehr um den WM-Sieg oder eine Medaille kämpfen

Tatjana Pokorny am 19.09.2017
Philipp Buhl
Lars Wehrmann/DSV

Der Finaltag sollte seiner werden. Philipp Buhl war auf Angriff eingestellt, wollte als Vierter vor den finalen beiden WM-Wettfahrten am Dienstag in den angesagten mittleren bis frischen Winden nach Medaillen oder sogar dem Titel greifen. Alles schien noch möglich. Doch das Wetter und die Entscheidungen der Wettfahrtleitung ließen dann jede Hoffnung des Sonthofeners vom Segelclub Alpsee-Immenstadt gegen kurz vor 14 Uhr jäh platzen: Keine Wettfahrt am Finaltag, Abbruch und Ende der Titelkämpfe! Nach dem Durchzug des erwarteten Gewitters fällte die Wettfahrtleitung diese Entscheidung um kurz vor 14 Uhr, etwas mehr als eine Stunde vor der offiziellen letzten Startmöglichkeit. Einen Versuch, die Segler nach dem Gewitter rechtzeitig für einen Startversuch aufs Wasser zu schicken, gab es zum Bedauern der Jäger nicht im Ansatz. 

"Das muss ich nun nehmen, wie es ist", sagte Fairplayer Buhl, in dessen Bilanz Enttäuschung und Stolz auf das Erreichte miteinander rangen, "ich habe alles probiert und hätte gerne die Chance zum Kampf um eine Medaille oder den Titel gehabt. Da war ja noch einiges möglich. Ich bin aber andererseits sehr zufrieden mit meiner Leistung. Für einen Titel, den ich in diesem Jahr von Beginn an immer wieder als Ziel definiert habe, muss halt alles zusammenpassen. Hier fehlten zwei Wettfahrten. Aber ich werde den Titel wieder angreifen."

Philipp Buhl

All seine Kunst half Philipp Buhl am Finaltag bei der Laser-WM nicht: Die letzten beiden Wettfahrten wurden gestrichen

"Zwei Dinge bleiben festzuhalten", zog Bundestrainer Alex Schlonski mit einem weinenden und einem lachenden Auge Bilanz, "die Wettfahrtleitung hat nicht ganz glücklich agiert, hätte den Regattatag heute auch früher beginnen und die zwei Rennen schaffen können. Auf der anderen Seite steht eine Weltklasseleistung von Philipp in einem sehr starken und konstanten Jahr." Seine Arbeit mit Schlonski empfindet Buhl als wertvoll und erfolgreich. "Alex bringt als Persönlichkeit viel Leidenschaft mit in die Arbeit. Das ist idie beste Besis, wenn man etwas gemeinsam erreichen will. Alex ist bodenständig, angenehm zurückhaltend und humorvoll, ein super Coach, der in allen Bereichen mit- und vorausdenkt!" 

Philipp Buhl und Alex Schlonski

Begegnung bei den Olympischen Spielen im vergangenen Jahr: Schon damals hatten sich Philipp Buhl und sein heutiger Coach Alex Schlonski über eine mögliche Zusammenarbei ausgetauscht

Laser-Weltmeister wurde in seinem Trainingsrevier vor Split der Zypriot Pavlos Kontides, der wie der olympische Silbermedaillengewinner Tonci Stipanovic (29.) von einem kroatischen Coach trainiert wird und für sein Land das historisch erste WM-Gold in einer olympischen Segelklasse gewann. WM-Silber sicherte sich der australische Olympiasieger Tom Burton vor seinem Landmann Matthew Wearn. Der viertplatzierte Buhl verwies den Schweden Jesper Stalheim und den britischen Doppel-Weltmeister Nick Thompson auf die Plätze fünf und sechs. Und hat die Augen im neuen Erfolgsgespann mit seinem Trainer Schlonski schon wieder auf die nächste Regatta gerichtet: "In zwei Wochen beginnt die Europameisterschaft in Barcelona. Ich werde von starken und loyalen Partnern unterstützt, muss mir diesbezüglich zum Glück keine Sorgen machen. Das ist wichtig, denn Geld macht einen zwar nicht direkt besser, aber wenn man nicht oder nur sehr mühsam über die Runden kommt, ist es viel schwerer, erfolgreich zu sein. Ich fühle mich fit und bin sehr motiviert."

Laser Weltmeisterschaft 2017

Gewann die WM in seinem Trainingsrevier: Pavlos Kontides aus Zypern. Seinem Land schenkte er damit das historisch erste WM-Gold in einer olympischen Segelklasse

Tatjana Pokorny am 19.09.2017

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