Segeln olympisch

Berliner Durchmarsch an WM-Tag drei

Victoria Jurczok und Anika Lorenz haben bei der WM vor Clearwater mit herausragenden Leistungen die Führung übernommen, mahnen aber zur Ruhe

Tatjana Pokorny am 12.02.2016
WM 2016

Deutsche 49erFX-Crews mit Vorwärtsdrang

Da ist sie wieder, die vielzitierte Nervenstärke der Berliner 49erFX-Seglerinnen Victoria Jurczok und Anika Lorenz, die sogar selbst sagen, dass sie Top-Leistungen vor allem dann erbringen können, "wenn es wirklich zählt". Die Crew vom Verein Seglerhaus am Wannsee hat am dritten Tag der Weltmeisterschaften vor Clearwater mit so herausragenden Ergebnissen die Führung übernommen, dass man es im Fußball einen Kantersieg nennen würde, obwohl bei den Welttitelkämpfen erst Halbzeit ist. Deswegen mahnen die neuen WM-Spitzenreiterinnen Jurczok/Lorenz auch zur Zurückhaltung.

Victoria Jurczok und Anika Lorenz

Zur WM-Halbzeit in Führung: Victoria Jurczok und Anika Lorenz im 49erFX

"Es war ein guter Einstieg", sagte Steuerfrau Victoria "Püppi" Jurczok YACHT online, "aber es gilt, die Füße stillzuhalten. Das war erst der Anfang und es kann noch alles passieren. Wir bleiben ruhig." In ihrer Begründung für zwei Wettfahrtsiege und die Ränge 2 und 5 sind sich Trainer Max Groy und die Frauen einig. Groy sagt: "Vicky und Anika haben im letzten halben Jahr unglaublich hart gearbeitet, sich eine tolle Technik erarbeitet und ein sehr, sehr gutes Bootsgefühl." Jurczok stimmt zu und ergänzte am Abend des Durchmarsches: "Wir hatten heute ein gutes Gefühl für die richtigen Seiten." Zudem glänzten die Sportsoldatinnen in Winden von vier bis elf Knoten mit überragender Bootsgeschwindigkeit. 

Mit nur neun Punkten auf dem WM-Konto haben die Berlinerinnen, die bei der WM ihre Führung in der nationalen Olympia-Ausscheidung ausbauen könnten, zwei Zähler Vorsprung vor den Däninnen Maiken Foght Schütt und Anne-Jolie Schütt. Auch für die Däninnen markiert die WM eine Ausscheidungsregatta für die Olympischen Spiele. Hier erlebten Ida Marie Baad Nielsen und Marie Thusgaard Olsen am Donnerstag mit zwei Frühstarts ein Fiasko. Das Duo hatte die 49erFX-Klasse drei Jahre lang mitgeprägt, bevor es nun ausgerechnet im letzten Jahr vor den Olympischen Spielen aus dem Tritt kommt.

WM 2016

Erik Heil und Thomas Plößel kämpfen um den Einzug ins Medaillenfinale

Auch Tina Lutz und Susann Beucke gelang am dritten WM-Tag mit den Rängen 5, 6, 6 und 7 eine gute Serie. Die 49erFX-Steuerfrau aus Bayern und ihre Vorschoterin aus Strande rückten auf Platz acht vor und kämpfen weiter um Anschluss an Jurczok/Lorenz. Ihre Teamkameradinnen Jule und Lotta Gröge liegen auf Platz 28, während die so stark in die WM gestarteten Leonie Meyer und Elena Stoffers in den am Donnerstag eher leichten Winden auf Platz 38 abstürzten. Vor ihnen liegen die jungen Schwestern Ann Kristin und Pia Sophie Wedemeyer auf Platz 33. Die Serie wird am Freitag nicht wie geplant mit der Hauptrunde, sondern mit einem weiteren Qualifikationstag fortgesetzt, weil bislang im von Wetterkapriolen heimgesuchten und extrem flachen WM-Revier nicht genügend Wettfahrten zustande gekommen waren.

WM 2016

Die "Unbesiegbaren": Peter Burling und Blair Tuke haben fünf (!) Wettfahrtsiege auf dem Konto. Einer ist ihr Streicher. Die Kiwis segeln auch bei der WM in einer Klasse für sich. Die Konkurrenz rätselt, wie diesem Duo Gold in Rio zu nehmen sein könnte

Im Feld der 49er-Männer liegen Erik Heil und Thomas Plößel auf Platz zehn. Für sie ist die WM keine Ausscheidungsregatta. Ihre Trainingspartner und Teamkameraden Justus Schmidt und Max Boehme müssen ihre Aufholjagd am Freitag von Platz 27 aus starten. Mit den Rängen 27, 3, 16 und 19 haben die Kieler Europameister ihre Erfolgsspur im WM-Revier noch nicht gefunden. 

Zu vorsichtig agierten am Donnerstag im Nacra 17 die Kieler Paul Kohlhoff und Carolina Werner, die nach verhaltenen Starts keine eigenen Spuren fanden um sich wieder nach vorne zu arbeiten. Mit den Rängen 25, 33 und 25 segelte das junge Duo den eigenen Möglichkeiten hinterher, verteidigt aber zur WM-Halbzeit auf Platz 13 den Vorsprung vor den Flensburger Jan Hauke Erichsen und Lea Spitzmann (21.) in der laufenden nationalen Olympia-Ausscheidung, die bei diesen Titelkämpfen für die deutschen Mixed-Katamaran-Crews im Vordergrund steht. Die WM endet am 14. Februar mit den Medaillenrennen in allen drei Klassen und wird ab heute Abend hier live übertragen.

Tatjana Pokorny am 12.02.2016

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online