Barcelona World Race

Unter Tarnkappen ins Südpolarmeer

"Renault Captur" kommt nach Problemen mit Großsegel und Mastschiene wieder in Fahrt. "Neutrogena" attackiert Spitzenreiter im Stealth-Modus

Tatjana Pokorny am 18.01.2015
Barcelona World Race 2014/2015

Barcelona World Race 2014/2015: die Positionen am 18. Renntag um 10 Uhr morgens deutscher Zeit

Insgesamt fünfmal dürfen die Crews im Barcelona World Race in den Tarnkappen-Modus wechseln. Erlaubt ist ihnen der sogenannte "Stealth-Mode" dann jeweils 24 Stunden lang, in denen ihre Daten und damit auch der gewählte Kurs nicht auf Ergebnisliste und im Tracking zu sehen sind. Guillermo Altadill und José Muñoz haben sich mit "Neutrogena" auf diese Weise zum Wochenend-Auftakt unsichtbar gemacht und die Spitzenreiter auf "Cheminées Poujoulat" attackiert.

Barcelona World Race 2014/2015

Es läuft gut für Bernard Stamm und Jean Le Cam: "Cheminées Poujoulat" führt die Flotte der nach dem Ausscheiden von "Hugo Boss" nur noch sieben Yachten auf dem Weg ins Südpolarmeer an

Damit haben Altadill/Muñoz ihren Joker für den zweiten Teilabschnitt des Barcelona World Race vom Äquator bis zum Kap der Guten Hoffnung erfolgreich eingesetzt, lagen am Sonntagmorgen nur 32 Seemeilen hinter der am 18. Tag des Zweihand-Rennens um die Welt führenden "Cheminées Poujoulat" mit Bernard Stamm und Jean Le Cam. Hinter dem Top-Duo kämpfen Anna Corbella und Gerard Marín auf "Gaes Centros Auditivos" verbissen um den Anschluss. 123 Seemeilen trennte die spanische Mixed-Crew auf dem Weg zum Kap nach 17 Tagen und 21 Stunden auf See von "Cheminées Poujoulat". "Die Jungs da vorn sind wirklich gut. Es ist schwer für uns, aber wir kämpfen", schrieb Anna Corbella in einer E-Mail von Bord.

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Waren am Samstag im Tarnkappen-Modus unterwegs: Guillermo Altadill (Bild) und sein Co-Skipper José Muñoz auf "Neutrogena"

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Überzeugen bislang als starkes Team: Anna Corbella und Gerard Marín auf "Gaes Centros Auditivos"

Wenn das eigene Boot zum Gegner wird

Hinter diesem Trio kämpfen Jörg Riechers und Sébastien Audigane mit 263 Seemeilen Rückstand mehr mit ihrem Boot als mit der Konkurrenz. Nach Problemen mit Großsegel und Mastschiene hat das Duo inzwischen wieder Fahrt aufgenommen und war zuletzt bei Geschwindigkeiten um fast zehn Knoten um zwei Knoten schneller unterwegs als die vor ihnen liegenden Spanier. An der Spitze allerdings rasen die Boote mit 16 Knoten dem Südpolarmeer entgegen. Bei wenig Welle und 20 bis 25 Knoten Wind aus Nord-Nordost treten die Crews auf den beiden führenden Booten das Gaspedal durch und setzen sich von den Verfolgern ab.

Die halten wie Riechers/Audigane erneut mit einer "Abkürzung" dagegen: Am Sonntagmorgen zeigte der Live-Tracker, dass "Renault Captur" ihren westlichen Kurs im Heckwasser der führenden Boote verlassen und wieder einen südöstlicheren Kurs eingeschlagen hat. Ob die von Materialproblemen geplagte deutsch-französische Crew für das Risiko dieses Mal belohnt wird, bleibt abzuwarten. Hinterher segeln wollten sie offensichtlich nicht mehr.

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Tatjana Pokorny am 18.01.2015

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