Barcelona World Race

Ruderbruch auf "Renault Captur"

Jörg Riechers berichtet, warum "Renault Captur" den drittplatzierten Spaniern am Wochenende trotz gutem Speed nicht entscheidend näherkam

Tatjana Pokorny am 16.02.2015
Barcelona World Race 2014/2015

Barcelona World Race 2014/2015, Positionen Tag 48, 15 Uhr deutscher Zeit

In seinem aktuellen Bericht von Bord erklärt Jörg Riechers für YACHT online mit etwas Verspätung, warum "Renault Captur" den führenden Booten trotz beständig guter Bootsgeschwindigkeiten am Wochenende nicht deutlich näherkommen konnte. Ein Ruderbruch stellte den Hamburger Segelprofi und seinen Co-Skipper Seb Audigane vor neue Herausforderungen und kostete einige zuvor errungene zig Seemeilen auf die vor ihnen liegenden Boote. Die deutsch-französische Mannschaft konnte das bei einer Kollision mit einem unbekannten Objekt abrasierte Ruder aber schnell austauschen und hat die Aufholjagd inzwischen längst wieder aufgenommen.

Barcelona World Race 2014/2015

Können angesichts von mehr als 1000 Seemeilen Vorsprung vor dem dichtesten Konkurrenten recht entspannt auf die Flotte der Verfolger blicken: Bernard Stamm (r.) und Jean Le Cam auf "Cheminées Poujoulat"

Während Bernard Stamm und Jean Le Cam auf "Cheminées Poujoulat" an der Spitze weiterhin das Feld mit überlegenem Abstand dominieren, ist ein spannender Zwei- bis Dreikampf um Platz zwei entbrannt. Nur noch gut 60 Seemeilen trennten zu Beginn von Tag 48 auf See die nach ihrem Reparaturstopp ins Rennen zurückgekehrte "Neutrogena" und die Drittplatzierte "Gaes Centros Auditivos" mit Anna Corbella und Gerard Marín. Am Montagmittag waren Corbella und Marín mit knapp einem Knoten schneller unterwegs als die Rückkehrer auf "Neutrogena". Ähnlich schnell wie "Gaes" segelte "Renault Captur" im Fahrwasser der spanischen Crew mit rund 250 Seemeilen Rückstand.

Barcelona World Race 2014/2015

Die imposanten Wellenberge im Südpolarmeer

Jörg Riechers berichtete in seinem Blog für YACHT online am Montag:

Riechers/Audigane

Jörg Riechers berichtet für YACHT online von See

"In der Nacht von Samstag auf Sonntag segelten wir mit 25 Knoten Reaching unter J1 und einem Reff im Groß unter Full Power. Dabei müssen wir mit etwas kollidiert sein. Bei solchen Bedingungen nimmt man aber solche Zusammenstöße nicht wahr. Doch wenn das Boot mit 20 Knoten durch die Wellen powert, dann sind solche 'Impacts' schon gehaltvoll. Als wir am nächsten Tag die Algen vom Ruder entfernen wollten, stellten wir fest, dass gute 30 Zentimeter vom Steuerbord-Ruder fehlten und die Außenseite vom Ruder komplett delaminiert war. Wir planten zunächst, das Ruder erst am Dienstag zu wechseln, an dem laut Routing-Informationen eine Halse anstehen würde. Doch dann haben wir gestern gemerkt, dass das Boot schwerer zu steuern war und weniger aufs Ruder ansprach. Wir entschieden uns, die Reparatur vorzuverlegen, das Ruder früher zu wechseln. Wir ließen das Boot unter zweifach gerefftem Groß treiben, um möglichst wenig Druck auf den Rudern zu haben. Als wir das Ruder aufholten und den Zustand sahen, waren wir sehr froh über unsere Entscheidung. Eine Nacht mehr hätte das Ruder nicht überstanden. Wir wechselten das Ruder in nur zwei Stunden. Nach diesen zwei Stunden, die uns etwa 30 Seemeilen auf 'Gaes' gekostet haben, waren wir wieder voll einsatzfähig. Nun segeln wir bei 26 Knoten Hardcore-Reaching unter J1 und gerefftem Groß mit unserem neuen Ersatzruder Richtung Kap Hoorn."

Tatjana Pokorny am 16.02.2015

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online