Barcelona World Race

Reparaturstopp bremst "Neutrogena" aus

Guillermo Altadill und José Muñoz müssen einen Reparaturstopp einlegen – eine Chance für Jörg Riechers und Seb Audigane zum Aufschließen

Tatjana Pokorny am 11.02.2015
Barcelona World Race 2014/2015

Barcelona World Race 2014/2015, Positionsreport 11. Februar 2015, 10 Uhr deutscher Zeit

Guillermo Altadill und José Muñoz müssen ihren Erfolgskurs ändern und mit Maschinenproblemen den Südzipfel Neuseelands ansteuern. Weil das Maschinenproblem keine Stromerzeugung mehr zulässt, bleibt der bislang im Barcelona World Race zweitplatzierten "Neutrogena"-Crew keine Wahl: Sie muss einen Umweg und einen Stopp in Kauf nehmen, um die technischen Störfaktoren zu beheben.

Guillermo Altadill hatte der Rennleitung in der Nacht auf Mittwoch mitgeteilt: "Wir haben ein Problem mit der Hauptmaschine und können unsere Batterien nicht laden. Wir segeln in Richtung Neuseelands Süden, um Ersatzteile zu bekommen und mit 100 Prozent ins Rennen zurückkehren zu können."

Das spanisch-chilenische Duo hat seinen Kurs am frühen Morgen bereits auf Nordost geändert und hatte noch rund 300 Seemeilen bis Invergargill am südlichen Zipfel von Neuseelands Südinsel zu absolvieren. Etwa 40 Stunden, so Altadill, würde die Crew bis dorthin benötigen. Zum Zeitpunkt der Entscheidung segelte "Neutrogena" mit 25 Knoten Wind aus Nordwest. Die Mannschaft erwartete eine Zunahme auf 30 Knoten und hohe Wellen. Sie ist in Kontakt mit ihrem Landteam in England und der Regattadirektion in Barcelona, die "Neutrogenas" Kurs aufmerksam überwacht.

Entsprechend der Regattaregeln muss ein einmal eingelegter Reparaturstopp im Barcelona World Race mindestens 24 Stunden andauern, darf aber acht Tage nicht überschreiten. Nach insgesamt mehr als 40 Renntagen ist "Neutrogena" die erste Imoca-60-Yacht, die seit dem Startschuss am 31. Januar mit einem technischen Problem stoppen muss.

Barcelona World Race 2014/2015

Not amused: Co-Skipper Guillermo Altadill muss mit José Muñoz und "Neutrogena" einen Reparaturstopp in Neuseeland einlegen

In einem Telefoninterview sagte Altadill am Morgen: "Wir müssen Neuseeland per Hand ansteuern, können nicht auf die Elektronik zurückgreifen. Aber wir haben genug Wasser für die Strecke nach Neuseeland. Wir sind mit dem Shoreteam von 5 West in England in Kontakt. Sie treffen sich heute Morgen und werden uns wahrscheinlich ein paar Jungs und Leute aus Neuseeland zu Hilfe schicken. So etwas passiert in einem Marathon wie diesem. Es ist Teil des Spiels, eines dieser Dinge, mit denen man klarkommen muss. Wir sind enttäuscht, weil wir die gesamten vergangenen 40 Tage immer gekämpft haben, um an die Spitze zu kommen. Wir lagen in aussichtsreicher Position und haben auf unsere Chance gewartet. Jetzt werden wir viele Meilen verlieren. Aber das Rennen ist noch lang. Wir gehen also in diesen Reparaturstopp, flicken alles zusammen und nehmen das Rennen wieder auf. Wer weiß? Wenn es uns passiert, kann es auch anderen passieren."

Experten gehen davon aus, dass "Neutrogena" mit dem Reparaturstopp bis zu 1500 Seemeilen verlieren kann, vorausgesetzt, dass die Reparatur schnell und nach Plan verläuft. Mit rund 1400 Seemeilen Rückstand auf Platz zwei könnten Jörg Riechers und Seb Audigane auf "Renault Captur" in den kommenden Tagen ihren Rückstand wettmachen. Das gilt aber ebenso für die noch vor "Renault Captur" auf Platz drei liegenden Spanier Anna Corbella und Gerard Marin auf "Gaes Centros Auditivos".

Jörg Riechers hat sich inzwischen von einem Unfall an Bord erholt. Der Hamburger war in einem Sturm bei einer Bootsgeschwindigkeit von 25 Knoten aus seiner Koje herauskatapultiert worden und mit dem Kopf auf den Motorkasten aufgeschlagen. Eine dicke Beule war die sichtbare Folge des unangenehmen Vorfalls, den Riechers in einem aktuellen Video von Bord beschreibt.

Jörg Riechers beschreibt seinen "Auffahrunfall" und zeigt "das dicke Ei" auf seinem Kopf

Tatjana Pokorny am 11.02.2015

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