Barcelona World Race

Neue Route: Riechers und Stanjek wollen angreifen

Die Zweihand-Regatta um die Welt bekommt einen Zwischenstopp. Für das Offshore Team Germany ist es ein Schritt zur Vendée Globe

Lars Bolle am 14.12.2017
Acciona
JEAN MARIE LIOT/DPPI/VENDEE GLOBE

Das Barcelona World Race wird bei seiner vierten Auflage erstmals einen festen Zwischenstopp haben und ist damit keine Nonstop-Regatta um die Welt mehr. Das gaben die Organisatoren gestern in Barcelona bekannt.

Gestartet wird am 12. Januar in Barcelona, die erste Etappe führt über rund 13.500 Seemeilen nach Sydney/Australien. Dort kann, auch das ist eine Neuerung, der Co-Skipper gewechselt werden. Von Sydney aus geht es Mitte März dann in einem Stück über rund 12.500 Seemeilen zurück nach Barcelona. Auf jedem Teilstück können die Teams einmalig einen Zwischenstopp von 48 Stunden einlegen, um etwaige Reparaturen durchzuführen.

Barcelona World Race

Die Route

Mit der Regeländerung verfolgen die Organisatoren zwei Hauptziele. Zum einen soll der Aufenthalt in Sydney den Sponsoren der Teams zusätzliche Möglichkeiten der Präsentation und Vermarktung eröffnen und damit den Teams deren Akquise erleichtert werden.

Zum anderen ermöglicht dieser Stopp mit seinem möglichen Crewwechsel den Teams eine andere Refinanzierungsmöglichkeit, und diese hat mit der Vendée Globe, der Königsdisziplin der Einhandsegler, zu tun.

Alle vier Jahre geht es in Open 60 einhand nonstop um die Welt. Die Teilnehmerzahl ist auf 30 Boote limitiert, startberechtigt sind alle Finisher der vorigen Auflage sowie alle Neubauten. Womit für neue Teams nur noch rund ein Dutzend Startplätze bleiben.

Es gibt derzeit einige Skipper, vor allem in Frankreich, die zwar über die nötige Finanzierung, aber nicht über ein Boot verfügen, da konkurrenzfähige Open 60 heiß begeht sind. Auch die Organisatoren des Barcelona World Race bestätigen, dass bisher 16 Teams Interesse am Barcelona World Race bekundet, nur elf davon aber auch ein Boot hätten.

Für die kommende Vendée Globe soll es, so ist aus Klassenkreisen zu hören, einen neuen Qualifikationsmodus geben, der nicht mehr wie bisher zur Teilnahme berechtigt, wenn zuvor die großen Atlantikregatten wie Transat Jacques Vabre oder Route du Rhum absolviert wurden. Es soll auf einem Modus gewechselt werden, der eine bestimmte Anzahl absolvierter Seemeilen vorgibt. Diese Änderung soll wahrscheinlich auf der Klassensitzung im April 2018 beschlossen werden.

Mit einer Teilnahme am Barcelona World Race können sich potenzielle Skipper für die Vendée Globe also wertvolle Seemeilen sichern. Zudem können Teams beim Etappenstopp nun auch einen der beiden Skipper wechseln und sich den Platz an Bord von dem neuen Skipper, der vielleicht noch kein Boot hat, mit dem er Qualifizierungsmeilen segeln kann, bezahlen lassen.

Zusätzlich soll der sportliche Wert des Barcelona World Race innerhalb der Imoca-Klasse, der Vereinigung der Open-60-Segler, gesteigert werden. Es ist offenbar eine neue Weltserie geplant, in deren Wertung die großen Transatlantikregatten, deutlich hochkarätiger aber die Vendée Globe und das Barcelona World Race einfließen.

Letztlich soll das Barcelona World Race einen so hohen Stellenwert erreichen, dass Teilnahmen an der Vendée Globe kaum noch ohne BWR-Teilnahme möglich sind.

Offshore Team Germany

Jörg Riechers und Robert Stanjek

Das hat auch das Offshore Team Germany erkannt. "Eine Teilnahme beim BWR ist aufgrund der neuen zu erwartenden Qualifikationsregelung zur Vendée Globe unerlässlich", sagt Manager Jens Kuphal gegenüber YACHT online. "Wer nicht daran teilnimmt, wird es sehr schwer haben, sich für die Vendée Globe zu qualifizieren. Wir haben uns deshalb entschlossen, mit Jörg und Robert als Skipper zu melden." Jörg Riechers hat gerade als Zweitplatzierter das Mini-Transat beendet und segelte bereits die vorige Auflage des BWR mit. "Dieser zweite Platz hat doch für einigen Rückenwind gesorgt", so Kuphal, "insbesondere für Jörg in Frankreich."

"Wir haben weitere Mittel bekommen und zünden die nächste Stufe mit unserem Imoca", so Kuphal weiter. Das Team hat schon vor Monaten einen Open 60, die ehemalige "Acciona", gekauft. "Das Boot geht in der kommenden Woche in den Refit und Umbau, und Ende April haben wir dann einen neuen, voll funktionsfähigen Imoca-Rumpf." 

Lars Bolle am 14.12.2017

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