Barcelona World Race

Endspurt im Schatten der Sieger

Der Endspurt läuft: Für Jörg Riechers und Seb Audigane auf "Renault Captur" haben die letzten 1000 Seemeilen ihrer Weltumsegelung begonnen

Tatjana Pokorny am 10.04.2015
BWR 2014/2015

Positionsbericht vom 10. April 2015: Für Jörg Riechers und Seb Audigane auf "Renault Captur" (grünes Boot) sind es keine 1000 Seemeilen mehr bis ins Ziel. "Spirit of Hungary" kämpft dahinter ums Ankommen

Jörg Riechers und Seb Audigane haben einen wahren Meeres-Marathon hinter sich und den Endspurt vor sich. Am Freitagmorgen sackte die verbleibende Zahl der Seemeilen für die beiden unter 1000. Der Zielhafen Barcelona naht nun auch für das deutsch-französische Duo, das bei seiner gemeinsamen Premiere im Barcelona World Race mit zu vielen technischen Problemen zu kämpfen hatte, um ernsthaft in den Kampf um die Podiumsplätze einzugreifen. Nachdem sich die spanischen Boote "One Planet, One Ocean / Pharmaton" und "We are Water" die Plätze vier und fünf gesichert haben, bleibt für den Hamburger Extremsegler und seinen französischen Co-Skipper nur noch Platz sechs. Damit wird das Duo die eigene Zielsetzung (Podiumsplatz) deutlich verfehlen, litt es doch sehr unter den Aussetzern des kurzfristig gecharterten und technisch anfälligen Bootes, derweil Riechers ehemalige Yacht das Rennen als "Cheminées Poujoulat" mit Bernard Stamm und Jean Le Cam sogar gewinnen konnte.

BWR 2014/2015

Platz fünf für "We are Water": Die Brüder Willy und Bruno Garcia freuen sich bei der Ankunft in Barcelona

BWR 2014/2015

Platz vier für "One Planet, One Ocean / Pharmaton": Aleix Gelabert und Didac Costa feiern das Ergebnis wie einen Sieg

Jörg Riechers nimmt trotzdem jede Menge positiver Erfahrungen aus diesem Rennen mit in die nächsten Projekte und erklärte: "Mit etwas Abstand betrachtet, werde ich in einem Jahr sicher sagen, dass das BWR ein sehr wichtiges und gutes Rennen für mich war. Heute bin ich froh, dass es in einer Woche zu Ende ist. Ein Erfolg ist es in gewisser Weise doch, denn man lernt ja auch aus Misserfolgen. Die nötige Härte, die man für den Start im Vendée Globe braucht, die geht nur aus so schwierigen Situationen hervor, wie wir sie erlebt haben."

In einer weiteren Zwischenbilanz sagte Riechers: "In der ersten Hälfte des Rennens haben wir uns ganz gut geschlagen, trotz der vielen kleineren technischen Probleme. Schon nach wenigen Tagen war uns allerdings klar, dass wir speedmäßig auf verlorenem Posten stehen. Wir konnten nur mit 'Gaes' und teilweise mit 'Neutrogena' mithalten, wenn wir taktische Risiken eingingen oder das Boot stark gepusht haben."

BWR 2014/2015

Jörg Riechers und Seb Audigane haben den Endspurt ihrer von technischen Problemen überschatteten Weltumsegelung eingeläutet

Die Entscheidung im Kampf um die podiumsnahen Plätze vier und fünf war mit dem notwendig gewordenen Reparaturstopp in Neuseeland gefallen – gegen "Renault Captur". Riechers erinnert sich: "Wir hatten noch die leise Hoffnung, Platz vier zurückerobern zu können. Doch daraus wurde nichts, denn vor uns schloss sich ein Wetterfenster nach dem anderen." Seine erste Kap-Hoorn-Passage wird Jörg Riechers nie vergessen: "Die Rundung bei 70 Knoten Wind und die Erkenntnis, dass ich 'angstbefreit' bin – das ist ja auch schon etwas." Riechers und Audigane werden in der kommenden Woche im Start- und Zielhafen Barcelona zurückerwartet.

Tatjana Pokorny am 10.04.2015

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