Barcelona World Race

"Aus Finot macht man keinen Ferrari"

Jörg Riechers und Seb Audigane jagen dem Top-Trio weiter hinterher. 1100 Seemeilen trennte ihre "Renault Captur" am 25. Tag von der Spitze

Tatjana Pokorny am 25.01.2015
BWR 2014/2015 Positionsreport 25-01-2015, 10 Uhr

BWR 2014/2015 Positionsreport 25-01-2015, Sonntag, 10 Uhr deutscher Zeit

Das Südpolarmeer kann kommen – auch für Jörg Riechers und Seb Audigane auf "Renault Captur". Am 25. Tag der Zweihand-Regatta um die Welt liegt das deutsch-französische Duo weiter mit rund 1100 Seemeilen Rückstand auf Platz vier hinter den Spitzenreitern Bernard Stamm und Jean Le Cam auf "Cheminées Poujoulat", Guillermo Altadill und José Muñoz auf "Neutrogena" (148 Seemeilen Rückstand) und Anna Corbella und Gerard Marín auf "Gaes Centros Auditivos" (568 Seemeilen Rückstand). Die Lücke hinter Riechers/Audigane ist fast so groß wie ihr Rückstand auf Platz drei: Die Garcia-Brüder auf "We are Water" segeln mit 1570 Seemeilen Rückstand auf das führende Boot dem Kap der Guten Hoffnung entgegen, dessen Längengrad Bernard Stamm und Jean Le Cam bereits passiert haben.

BWR 2014/2015

Liegen auf Platz drei gut im Rennen und dokumentieren mit ihren Bildern immer wieder auch die schönen Momente des Barcelona World Race: Anna Corbella und Gerard Marín

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Bernard Stamm bester Dinge: Es läuft gut für den Schweizer Spitzenreiter und seinen französischen Co-Skipper Jean Le Cam auf Jörg Riechers' ehemaligem Boot, das jetzt im Barcelona World Race als "Cheminées Poujoulat" in Führung liegt

Jörg Riechers berichtet für YACHT online von Bord:

Barcelona World Race 2014

Der Rückstand zur Spitze ist beträchtlich, doch Riechers/Audigane kämpfen weiter

"Seit gestern spüren wir langsam, dass wir dem Southern Ocean immer näher kommen. Die Wellen werden chaotisch, der Wind hat auf 7 Beaufort zugenommen, und wir haben die ersten Albatrosse gesehen. Die letzten beiden Tage haben wir das Boot gut gepusht; was aber bei diesem Boot auch nur bedingt hilft – es strapaziert die Nerven, hält wach (!!!) und testet das Ölzeug. Doch so sehr wir auch pushen, es hilft nichts: An die Spitze des Feldes kommen wir nicht näher heran. Na ja, aus einem Finot macht man halt keinen Ferrari. Wenn ich die Etmale und den Top-Speed meines alten Bootes sehe, welches Bernard Stamm zur Verfügung gestellt wurde, kommen mir die Tränen."

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Zimmer mit Aussicht im Barcelona World Race: Jean Le Cam geschützt an Bord von "Cheminées Poujoulat"

Zum Hintergrund: Jörg Riechers hatte in Kooperationen mit seinem ehemaligen Sponsor Mare zunächst die heutige "Cheminées Poujoulat" in seinen Händen und über Monate für das Barcelona World Race optimiert, bevor die Partnerschaft mit Mare zerbrach und Stamm/Le Cam das Boot charterten. Für Riechers und Audigane reichte es nur noch zur Last-Minute-Charter des älteren Finot-Designs, das nun unter dem Namen "Renault Captur" um die Welt segelt und seine Crew immer wieder mit Materialbrüchen herausfordert.

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Need for Speed: José Muñoz im Heck der "Neutrogena", kurz vor Abwerfen der Argo-Boje, die Daten zur Wasserqualität sammeln soll

Doch Riechers und Audigane kämpfen darum, das Beste aus dem Boot herauszuholen. Riechers schreibt weiter: "Ich will ja in erster Linie Erfahrungen sammeln für die Vendée Globe, und dafür ist das Barcelona World Race Gold wert. Was ich schon an Ideen für das neue Boot mit Blick auf die Vendée sammeln konnte, ist einfach super. Ich bin mir sicherer denn je, dass Deutschland 2016 am Start der Vendée Globe sein wird. Und das definitiv nicht in der Touristenklasse."


Tatjana Pokorny am 25.01.2015

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