Red Bull Youth America's Cup

Thriller-Finale: Die Kiwis siegen, die Briten gewinnen

Der 2. Red Bull Youth America's Cup ging mit einem Thriller-Rennen zu Ende. Das SVB Team Germany verabschiedet sich mit Platz sieben von Bermuda

Tatjana Pokorny am 21.06.2017
2. Red Bull Youth America's Cup
Red Bull Youth America's Cup/Gilles Martin-Raget

2. Red Bull Youth America's Cup: Das NZL Sailing Team war am Finaltag unschlagbar, hat die Serie aber nicht gewonnen

Eigentlich war schon alles klar: Nachdem am ersten von zwei Finaltagen im 2. Red Bull Youth America's Cup vor Bermuda das britische Team Land Rover BAR Academy die Flotte dominiert hatte, konnte das NZL Sailing Team das Blatt am zweiten Tag dramatisch wenden. Mit drei Siegen in den Wettfahrten 4, 5 und 6 rasten die Kiwis – ganz wie ihre Vorbilder Peter Burling und das Emirates Team New Zealand – an die Spitze des Feldes. Bis kurz vor Regattaende sah es so aus, als würden die Neuseeländer ihren Titel aus dem Red Bull Youth America's Cup von 2013 verteidigen können. Denn die am Vortag noch so überzeugenden Briten wackelten im Schlussspurt bedenklich. 

2. Red Bull Youth America's Cup

Das SVB Team Germany hatte viele gute Momente im 2. Red Bull Youth America's Cup, konnte das Leistungsvermögen aber nicht in eine Top-Platzierung umwandeln

Doch dann ereignete sich eine folgenschwere Wegerechtsverletzung an der letzten Wendemarke vor dem Zielsprint. Da behinderten die Schweden das an Position drei liegende SVB Team Germany derart, dass die Deutschen die schwere Tonne rammten und auf Platz fünf zurückfielen. Der Penalty gegen die Schweden half Skipper Max Kohlhoff und seiner Crew nicht mehr. Die aus dem Vorfall resultierende chaotische Situation stellte das Renngeschehen auf den Kopf. Die schon abgeschlagenen Briten wichen dem entstandenen Bootsknäuel aus, konnten mehrere Plätze gutmachen und schoben sich in der Gesamtwertung völlig überraschend doch noch an den fast schon gefeierten Beinahe-Siegern aus Neuseeland vorbei.

Wie so viele erfolgreiche America's-Cup-Segler ist auch Chris Taylor ein 49er-Steuermann – noch dem Talentlager der Briten zuzuordnen. Hier spricht er über seine Erfahrungen im 2. Red Bull Youth America's Cup und das gute Gefühl eines Sieges

2. Red Bull Youth America's Cup

Von den Schweden abgedrängt, rauscht der deutsche Katamaran vom Typ AC45 in die Wendemarke

2. Red Bull Youth America's Cup

Alles gegeben, mit seinem NZL Sailing Team drei Rennen in Folge gewonnen und den Gesamtsieg doch verpasst: Kiwi-Skipper Logan Dunning Beck

2. Red Bull Youth America's Cup

Sir Ben Ainslie dürfte stolz auf seinen Nachwuchs sein: Das Team der Land Rover BAR Academy gewann den 2. Red Bull Youth America's Cup

Die Briten konnten ihr Glück im Ziel selbst kaum fassen, jubelten wie verrückt, beschlossen dann aber umgehend, die Kiwis aufzusuchen und zu ihren drei Wettfahrtsiegen in Folge zu gratulieren. "Wir ziehen den Hut vor ihrer Leistung", sagte einer der britischen Segler fair. Das NZL Sailing Team um Skipper Logan Dunning Beck hatte am Mittwoch alle drei Rennen des Tages souverän gewonnen. Dass es trotzdem nicht zur Verteidigung des vor vier Jahren von Peter Burling und seiner Red-Bull-Youth-America's-Cup-Crew gewonnenen Titels und zur gelungenen Ouvertüre für den möglichen Cup-Triumph des Emirates Team New Zealand am kommenden Wochenende reichte, war einfach nur äußerst ungewöhnlichen Umständen geschuldet. Bei ServusTV sagte Co-Kommentator Roman Hagara während der Live-Übertragung: "So etwas habe ich noch nie gesehen. Das hat mit Segeln nichts mehr zu tun. Das ist das Glück dieser Erde!" Vergessen werden darf darüber allerdings nicht, dass sich die jungen Briten mit ihrem Steuermann und 49er-Segler Chris Taylor am ersten Finaltag mit den Rängen 2, 2 und 1 ebenfalls sehr gut hatten in Szene setzen können und der Gesamtsieg daher auch nicht unverdient kam.

2. Red Bull Youth America's Cup

Die Statistik eines Rennens zeigt: Das SVB Team Germany konnte es durchaus mit der Konkurrenz aufnehmen, hatte aber eine zu hohe Fehlerquote

2. Red Bull Youth America's Cup

Am zweiten Finaltag ungeschlagen: das NZL Sailing Team

Das SVB Team Germany verabschiedet sich mit Platz sieben im Feld der acht Finalteilnehmer und der Flotte der insgesamt zwölf Teilnehmer aus dem Cup-Archipel Bermuda. Gezeigt haben die jungen Segler aus Norddeutschland und Berlin, dass sie mit den großen Cup-Kampagnen zugehörigen Konkurrenten durchaus mithalten können. Einige kleine Fehler, ein ärgerlicher Frühstart zum Auftakt, ein Penalty, ein defensiver Start im ersten Rennen des zweiten Finaltages und das Malheur, plötzlich zum "Schweden-Happen" zu werden, verhinderten eine deutlich mögliche bessere Platzierung. Und so besetzten am Ende eben doch die Favoriten die Podiumsplätze: das Team der Land Rover BAR Academy vor dem NZL Sailing Team und dem vom zweimaligen Cup-Sieger Ernesto Bertarelli unterstützten Schweizer Team Tilt.

2. Red Bull Youth America's Cup

Welchem Team die Herzen der Fans auf Bermuda gehörten, zeigen die Flaggen deutlich: den eigenen Helden vom Team BDA

2. Red Bull Youth America's Cup

Die Teamvorstellung auf Bermudas Cup-Bühne: das SVB Team Germany dankt den Fans

2. Red Bull Youth America's Cup

Das Endergebnis für den 2. Red Bull Youth America's Cup vor Bermuda

Tatjana Pokorny am 21.06.2017

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