America's Cup

Luna Rossas AC72-Renner schwimmt

Neuer Cup, neues Boot, aber alter Streit: Frau Prada und Herr Bertelli tauften ihren AC72, der mit den Kiwis trainieren wird. Stoff für Zoff

Dieter Loibner am 29.10.2012
America's Cup

Silber und rot: Farbenspiel und Reflexe beim Launch

Das silber und rot gestylte Boot, das am Wochenende in Auckland gewassert wurde, sollte dem Modehaus Prada zumindest optisch alle Ehre machen. Es ist der vierte und vorerst letzte AC72, der derzeit im Wasser ist. Die Italiener ließen den Kat in Neuseeland bauen und werden über die nächsten Monate auch mit Team New Zealand vor Ort trainieren.

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Schampus am Spriet: Patrizio Bertelli (l.) und Miuccia Prada bei der Schiffstaufe

Sponsor Patrizio Bertelli, der schon 2000 den Louis Vuitton Cup eben hier in Auckland gewinnen konnte, kommentierte das Ereignis gelassen: „Es ist unsere vierte Herausforderung und wohl die revolutionärste verglichen mit den vorangegangenen." Dabei kamen die Italiener spät und schlossen mit den Kiwis einen strategischen Pakt zur Zusammenarbeit bei Design und Bau und nun auch beim Training, in dessen Rahmen Vergleichswettfahrten vor Auckland abgehalten werden sollen.

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Luna Rossa Launch Auckland

„Unser Ziel ist es, in das Finale des Louis Vuitton Cups zu gelangen, um uns dort bis aufs Messer zu bekämpfen", führte Bertelli weiter aus „Wir haben zwei virtuell identische Boote, was beiden Seiten hilft. Damit sind Vergleiche und Verbesserungen leichter möglich als in der Isolierung."

Und genau das stößt vor allem dem dritten Herausforderer-Team, den Schweden von Artemis, auf, die ja nicht nur große technische Probleme zu haben scheinen und bisher noch keinen einzigen Tag mit ihrem AC72 segeln konnten, sondern die auch keinen Trainingspartner haben. Und die Regeln schreiben vor, dass es den Teams erst ab Februar 2013 gestattet ist, ein zweites Boot ins Spiel zu bringen.

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Luna Rossa Launch Auckland

„Wir glauben weiterhin, dass die Jury diesen Teams gestattet, die Regeln fürs Training zu umgehen, die seit dem Jahr 2000 im Protokoll festgeschrieben sind", verlautete Paul Cayard, der Leiter des Artemis-Syndikats. „Was Patrizio ankündigt, ist genau das, was unser Team und Oracle Team USA in dem Protest letzten Februar behauptet haben. Doch die Jury fand, dass man nichts Nützliches über das Design und die Segelperformance beobachten könne, womit der Deal aufrechterhalten wurde." Bis zur ersten Wettfahrt des Louis Vuitton Cup ist es noch lang, aber hinter den Kulissen wird wieder mächtig gestritten. Es ist also wie immer beim America's Cup.

Luna Rossa Launch Auckland

Daten Luna Rossa
Rumpflänge: 22 m
Breite: 14 m
Höhe Wingmast: 38 m
Tiefgang: 4,40 m
Verdrängung: 5.900 kg
Crew: 11
Segelfläche Wing: 260 qm
Fock: 80 qm
Gennaker: 320 qm
Topspeed  Kreuz: 25 kn (geschätzt)
Topspeed Raumschotkurs: 42 kn (geschätzt)
Mitarbeiter: 300
Mannstunden: 52.000
Titanverbrauch: 500 kg
Länge des stehenden und laufenden Guts: 2000 m

Mehr auf der Teamseite

Fotostrecke: Launch Luna Rossa

Dieter Loibner am 29.10.2012

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