America's Cup

Ein Spiel ohne Ende

Nach Bekanntgabe des Termins im Februar 2010 geht Alinghi mit einer Berufung wieder vor das New Yorker Gericht

Dieter Loibner am 16.11.2009

Der Zank um die Kanne und den Austragungsort geht weiter

„Alinghi ist bereit für den 33. America’s Cup in Valencia im Februar 2010.“ Am 10. November stand es so auf der Internetseite der Société Nautique de Genève, dem Club des Schweizer Cup-Verteidigers. Doch das heißt noch lange nicht, dass es auch so kommen muss.

In einem Brief an Richterin Kornreich des Obersten Gerichtshofs in New York bestätigte Alinghi über den Club Société Nautique de Genève, im Februar 2010 ein Deed of Gift Match in Valencia zu veranstalten. Gleich mitgeliefert wurde die Ausschreibung, die den Zeitrahmen vom 1. bis 25. Februar absteckt. Alles klar also für den Showdown der Mega-Multihulls der beiden Mega-Egomanen Larry Ellison und Ernesto Bertarelli?

Mitnichten, denn letzte Woche legte Alinghi durch die neue Anwaltsfirma Sullivan & Cromwell beim New Yorker Gericht Berufung ein, und zwar gegen die Richterentscheidung vom 30. Oktober, die das Emirat Ras El Khaimah als Austragungsort ausschloss, und die Vermessungsbestimmungen, die laut Ansicht der Schweizer den Herausforderer BMW Oracle bevorzugen, wobei es um die Länge der vermessenen Wasserlinie geht.

Sollte Alinghi/SNG mit diesem Manöver Erfolg haben, wäre plötzlich Ras El Khaimah wieder erste Wahl und BMW Oracle könnte wegen Überschreitung der in der Stiftungsurkunde festgelegten maximalen Wasserlinie von 90 Fuß (27 Meter) in Turbulenzen geraten. In diesem Fall dürften die Amerikaner Gegenberufung einlegen, die nicht nur den Februartermin gefährden könnte, sondern auch den nächsten Cup, der für Sommer 2011 geplant ist. Insider befürchten eine Verzögerung bis 2013 und harte Zeiten für Profisegler, deren Broterwerb zu einem guten Teil vom America’s Cup abhängt.

Unterdessen trainieren die beiden Kontrahenten in ihren Stammbasen. BMW Oracle testet weiterhin den Wingmast in San Diego, während Alinghi an der Optimierung des Katamarans in Ras El Khaimah arbeitet. Designkoordinator Rolf Vrolijk bestätigte der YACHT, dass die Schweizer derzeit (noch) keine Verlegung vom sonnig-warmen Arabien nach Spanien planen. „Vielleicht bleiben wir ja für immer da ...“

Dieter Loibner am 16.11.2009

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