America's Cup

Der GAU bei Oracle Team USA

17.10.2012 Dieter Loibner, Fotos: Guilain Grenier/Oracle Team USA, - Am achten Trainingstag gab's die erste Kenterung für Oracles AC72. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden, das Boot hingegen schon

Kenterung und Bergung

Gestern gegen 15 Uhr Ortszeit ging der schwarze AC72-Kat des Titelverteidigers Oracle Team USA mit der Segelnummer USA 17 nahe der Insel Alcatraz auf der San Francisco Bay kopfüber. Es war ein klassischer Unterschneider oder „Pitchpole", wie es auf Englisch heißt, bedingt durch 25 Knoten Wind aus West und extrem stark ablaufendes Wasser, das aus Osten kommend durch das Nadelöhr des Golden Gates in den Pazifik fließt. Dabei war das Boot beim Beschleunigen schon auf den Foils gesegelt, bevor es nach vorn kippte.

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Fotograf: © Guilain Grenier/Oracle Team USA

Oracle Team USA AC72-Kenterung

„Wir wollten abfallen", erzählt Tom Slingsby, der australische Laser-Olympiasieger, der seinem Landsmann Jimmy Spithill als Taktiker zur Seite steht. „Als der Bug abtauchte, schlug der Wing auf, und ein paar von den Jungs fielen ins Wasser. Wir wussten nicht, ob der Flügel brechen würde, deshalb gingen alle von Bord." Der Flügel brach dennoch, während das Boot langsam durchkenterte und von der Ebbe gegen den Wind unter der Golden Gate Brücke auf den Ozean hinausgeschwemmt wurde. Segler und Wrackteile wurden von den Begleitbooten aufgesammelt, bzw. abgeschleppt. Oracle meldete, dass alle unverletzt und wohlauf seien. 

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Fotograf: © Guilain Grenier/Oracle Team USA

Oracle Team USA AC72-Kenterung

„Das ist ein Rückschlag, keine Frage, ein großer Test für das Team", bestätigte Steuermann Spithill. „Aber wir waren bei der letzten Kampagne schon einmal in so einer Situation und haben dann den Cup geholt. Ein starkes Team kommt zurück. Es wird uns nicht aufhalten, den America's Cup zu gewinnen."

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Fotograf: © Guilain Grenier/Oracle Team USA

Oracle Team USA AC72-Kenterung

Die Rettungscrew musste bis in die Dunkelheit arbeiten, um das Boot so weit zu sichern, bevor es in gekentertem Zustand zurück zur Teambasis bei der Pier 80 geschleppt werden konnte. Dort wird es gekrant, um das ganze Ausmaß des Schadens festzustellen. Zwei Dinge sind gewiss: Verglichen mit den AC45 hat eine Kenterung mit dem großen Kat gigantische Folgen. Und für die Bootsbauer steht eine Menge Arbeit an, um den Schlitten wieder flottzubekommen, vor allem den komplett zerstörten Wing.

Doch es trifft keine Armen, denn Oracle Team USA baut an einem zweiten Boot, das im Frühjahr 2013 gewassert wird. Änderungen im Cup-Programm seien wegen dieses Missgeschicks nicht zu erwarten, sagt America's Cup CEO Stephen Barclay.

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