34. America's Cup

Bruno Troublé begeistert vom neuen Cup

Der Erfinder des Louis-Vuitton-Cups und AC-Veteran findet nicht alles gut am neuen Konzept. Dennoch sagt er: "Die Zukunft ist glänzend"

Jochen Rieker am 29.08.2012
Bruno Troublé

Anfangs skeptisch, inzwischen begeistert: Cup-Kenner Bruno Troublé

Dreimal war er selbst dabei, zweimal am Ruder, einmal als Navigator. Er kennt den Cup noch aus der guten alten Zeit der Zwölfer. Doch längst hat er die Rolle des Aktiven mit der des Managers getauscht. Troublé, Mitglied der ehrenwerten America's Cup Hall of Fame, vertritt seit 1983 die Interessen von Sponsor Louis Vuitton.

Und man kann wahrlich nicht sagen, dass er der Vision von Russell Coutts und Larry Ellison, mit Cats um die Krone des Segelsports zu kämpfen, von Beginn an Glauben und Vertrauen geschenkt hätte. Umso schwerer wiegt, was Bruno Troublé gestern in einem Kommentar für den Scuttlebutt sagte:

"Die Veränderungen im America's Cup sind extrem und brutal gewesen, und das in kurzer Zeit. Die Welt des Segelns war eine Welt der Einrumpfboote. Jetzt findet die Spitze des Sports auf Katamaranen statt, im Fernsehen. Wir alle müssen diese Revolution schlucken. Es wird etwas Zeit brauchen, aber die Zukunft ist glänzend."

Wie viele andere Experten hat den 67-Jährigen überzeugt, was er bei der jüngsten Regatta der America's Cup World Series in  San Francisco gesehen und erlebt hat: "Wundervolles Wetter und Wind, häufige Führungswechsel, einige, aber nicht zu viele Kenterungen, ein atemberaubendes Finish, ein außerordentlich attraktives TV-Paket, das unseren Sport für immer verändern wird!"  

Bruno Troublé

Trouble auf AC45 in Cascais

Troublé ist kein Mann, der leicht zu begeistern ist. Er hat seit 1977 keinen Tag des Cups verpasst, war auch bei der Premiere des neuen Formats in Cascais vor einem Jahr selbst vor Ort und ließ sich als sechster Mann, festgekrallt im schmalen Tampolin hinter dem achteren Beam, von Emirates Team New Zealand die Finessen der AC-45-Kats vorführen. 

Auch ist er noch nicht restlos zufrieden. So mahnt er an, dass eine Teilnahme an der entscheidenden Phase 2013, die auf den eindrucksvoll großen und immens leistungsstarken AC 72 ausgesegelt wird, noch viel zu teuer ist. "In der Vergangenheit haben wir Teams mit Euro-Budgets von 5 bis 10 Millionen gesehen", so der Franzose. "Man kann nächstes Jahr aber nicht mithalten, wenn man nicht 30 bis 40 Millionen Euro hat", moniert er – wohl auch mit Hinblick auf das Fehlen eines französischen Syndikats in der Herausforderer-Runde. Bruno und Loick Peyron's Energy Team haben zwar ihr großes Potenzial auf den AC-45 gezeigt, fanden aber nicht die nötigen Mittel für eine komplette Kampagne.   

Dennoch zeigt sich Troublé zufrieden mit dem neuen Cup. "Russell Coutts, Iain Murray und Stephen Barclay haben etwas entwickelt, das ein riesiges und junges Publikum anziehen wird. Das ist großartig für unseren Sport!" Der 34. America's Cup, so ist er überzeugt, werde "ein enormer Erfolg in den USA, und der 35. Cup wird noch größer mit viel mehr Teams, wenn wir es schaffen, die Kosten auf einem vernünftigen Niveau zu halten".

Jochen Rieker am 29.08.2012

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