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Die für Versicherungsnehmer wichtigsten Begriffe und Definitionen aus dem Bereich der Wassersportpolicen, in alphabetischer Reihenfolge

Pascal Schürmann am 06.03.2013

Abzug Neu für Alt  Wird ein Schiff auf Kosten des Versicherers repariert, werden oft zwangsläufig neue Teile eingebaut. Die sollten vom Versicherer voll bezahlt werden, auch wenn der Kunde nachher dank neuer Teile gegebenenfalls besser gestellt ist als vor dem Schadensereignis.

Auslagerung  Maritime Ausrüstung wird von der üblichen Hausratversicherung nicht gedeckt. Werden beispielsweise Navigationsgeräte oder der Außenborder zur Lagerung oder Wartung mit nach Hause genommen, sollten sie auch dort von der Bootskasko abgesichert sein.

Bergungs-/Wrackbeseitigungskosten  Immense Forderungen kommen auf Eigner zu, deren Schiffe stranden oder sinken und auf Veranlassung von Behörden oder Dritten geborgen werden müssen. Die Police sollte daher unbedingt sämtliche Bergungskosten, besser noch die Wrackbeseitigungskosten, enthalten. Diese sollten insbesondere nicht nur das Abwracken der Yacht, sondern auch die nötigenfalls erforderliche Beseitigung von Umweltschäden beinhalten.

Fahrtgebiet/Fahrtgebietsüberschreitung  Definiert das Revier, in dem Versicherungsschutz besteht. Kurzzeitige Überschreitungen – wichtig zum Beispiel für Regattasegler oder für den Urlaubstörn – sollten abgedeckt sein.

Feste Taxe  siehe Versicherungssumme

Folgeschäden  Schäden, die erst infolge des eigentlichen Schadensereignisses eintreten. Sie sollten stets in vollem Umfang von der Versicherung gedeckt sein.

Forderungsausfall Kann ein fremder Schadensverursacher nicht ausfindig gemacht werden oder aber hat dieser weder Haftpflicht noch Privatvermögen, bleibt man auf seinem Schaden sitzen. Dann ist es gut, in der eigenen Haftpflicht auch eine Forderungsausfalldeckung vereinbart zu haben. Die springt dann anstelle des Schadensgegners ein. Allerdings ist auf diese Weise nur der Zeitwert versichert.

Gefährdungs-/Verschuldenshaftung Die eigene Bootshaftpflicht muss nicht für jeden Schaden aufkommen. Reißt sich etwa trotz ordnungsgemäß ausgebrachten Festmachens das eigene Schiff während eines für die Region untypisch schweren Unwetters von seinem Boxenplatz los und richtet Schaden an benachbarten Booten an, liegt keinerlei persönliches Verschulden vor. Die geschädigten anderen Eigner gehen leer aus – falls sie nicht kaskoversichert sind. Juristen sprechen in diesem Zusammenhang von der Verschuldenshaftung. Im Gegensatz dazu steht die Gefährdungshaftung, mit der man es beispielsweise als Autobesitzer zu tun hat. Wird durch den eigenen Pkw ein Schaden angerichtet, ist der Halter automatisch immer in der Haftung, auch wenn er, wie etwa bei einem Motorbrand, keine Schuld an der Schadensursache trägt.

Gegnerische Haftpflicht Wer einen Schaden infolge fahrlässigen oder vorsätzlichen Verhaltens eines Dritten erleidet, und nur dann, bekommt sein Geld vom Unfallverursacher beziehungsweise von dessen Haftpflichtversicherung, so dieser eine hat. Die erstattet aber immer nur den Zeitwert. Die Differenz zur Festen Taxe kann man sich dann gegebenenfalls über die eigene Bootskasko wiederholen. Siehe dazu auch Forderungsausfall.

Obliegenheiten  Die Pflichten, die der Versicherungsnehmer zu erfüllen hat, also etwa die pünktliche Bezahlung der Versicherungsprämie oder die unverzügliche Information der Versicherung über Schäden.

Persönliche Effekten  Wertgegenstände, die nicht unmittelbar zur Yacht gehören, aber dennoch an Bord sind und folglich mitversichert werden sollen. Zum Beispiel der Computer, der für die Navigation eingesetzt wird. Oder auch die hochwertige Segelbekleidung.

Rabatte/Rabattretter  Preisnachlässe bei Abschluss einer Police. Einige Versicherer bieten Neukunden Nachlässe von 10 oder 20 Prozent an. Wenn ein Schaden dem Kunden hingegen nicht sofort eine Prämienerhöhung einbringt, spricht man vom Rabattretter.

Selbstbeteiligung/Selbstbehalt  Bootspolicen gibt es fast nur noch mit einer Selbstbeteiligung ab etwa 250 Euro aufwärts.Im günstigsten Fall gilt die vereinbarte Selbstbeteiligung aber nur für selbstverschuldete Fahrschäden. Für die Folgen eines Einbruchdiebstahls müsste man dann nicht mit aufkommen.

Totalverlust  Liegt vor, wenn ein Schiff unwiderbringlich verloren geht oder aber eine Beseitigung der Schäden die Versicherungssumme überschreiten würde (wirtschaftlicher Totalschaden).

Transporte  Der Bootstransport auf dem Landweg sollte von der Police gedeckt sein, ob mit dem Straßentrailer von daheim zum Hafen oder auch mit dem Lagerbock vom Steg zum Winterlager. 

Versicherungssumme Der Wert, zu dem ein Boot versichert wird. Die meisten Versicherer bieten Verträge heute mit einer sogenannten festen Taxe an. Im Vertrag wird dann der konkrete Wert vereinbart, der bei Totalverlust des Schiffs ausgezahlt wird. Steigen zwischenzeitlich die Preise für ein gleichwertiges neues Boot, muss der Versicherte die Differenz aus eigener Tasche zahlen. Doch Vorsicht, einige Versicherer fühlen sich nur die ersten Jahre an die feste Taxe gebunden, danach muss die feste Taxe entweder neu angepasst werden, oder es gilt danach nur noch der Zeitwert der Yacht als versichert.

Zeitwertversicherung  siehe Versicherungssumme

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Pascal Schürmann am 06.03.2013

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