Revier

Zu viele Boote "on the rocks"

In Norwegen werden 100 unmarkierte Unterwasserhindernisse mit Tonnen gekennzeichnet. Grund dafür sind drastisch gestiegene Kollisionsschäden

Pascal Schürmann am 13.01.2016
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Segeln entlang der faszinierend schönen, aber auch "steinreichen" Küste Norwegens. So mancher Felsen versteckt sich knapp unter der Wasseroberfläche

Der norwegische Staat will in Zusammenarbeit mit der norwegischen Versicherungswirtschaft dafür sorgen, dass künftig in den Küstenregionen des Landes weniger Freizeit- und Fischerboote mit Unterwasserfelsen kollidieren. Zu diesem Zweck sollen 100 besonders gefährliche Untiefen, die bislang lediglich in der Karte verzeichnet sind, mit Tonnen markiert werden. Solche Gefahrenstellen befinden sich entlang der gesamten Küste Norwegens, die Tonnen werden entsprechend von der Seegrenze nach Schweden im Süden bis hinauf zum Nordkap gesetzt.

Ursache für die ungewöhnliche Aktion ist die zuletzt drastisch gestiegene Zahl der Versicherungsfälle. Die war 2014 gegenüber dem Jahr davor um 38 Prozent in die Höhe geschnellt. In absoluten Zahlen bedeutete dies, dass die Versicherer in 8700 Fällen Schäden von mit ihren Schiffen havarierten Eignern begleichen mussten. In Summe beliefen sich diese auf satte 42 Millionen Euro.

Küstenkarte Norwegen 100 Tonnen

Standorte der 100 neuen Untiefentonnen entlang der norwegischen Küste

Im Rahmen der "Markierungs-Kampagne" waren 1450 Vorschläge eingegangen, welche Felsen künftig gekennzeichnet werden sollten. Die 100 Untiefen, die nun tatsächlich mit einer Gefahrentonne versehen werden, sind in einer speziellen Karte verzeichnet.

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Pascal Schürmann am 13.01.2016

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