Versicherungen

Eerdmans wirbt um deutsche Segler

Nachdem eine holländische Versicherung allen Ausländern gekündigt hat, versichert der Makler, dass deutsche Kunden weiter willkommen sind

Pascal Schürmann am 19.02.2016
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Deutsche Segelyacht in den Niederlanden

Der niederländische Bootsversicherungsmakler garantiert deutschen Seglern "im Schnitt niedrigere Prämien als in Deutschland und in einigen Fällen weitläufigere Bedingungen". Das betont Reinier van der Post, Inhaber von Eerdmans Yachtversicherungen. Er reagiert damit auf eine Meldung von YACHT online. Darin war über die überraschende Kündigung sämtlicher Bootsversicherungsverträge von deutschen und belgischen Kunden seitens der Unigarant berichtet worden, einer Tochtergesellschaft des niederländischen Automobilclubs ANWB.

Wie berichtet, hatte Eerdmans einen großen Teil der Unigarant-Kunden übernommen und diese zu gleichen Prämien und zu gleichen Bedingungen bei der niederländischen "Europeesche" eingedeckt. Allerdings hatte auch die "Europeesche" kurz zuvor ihre Makler darüber informiert, dass man keine ausländischen Kunden mehr akzeptiere, mit Ausnahme deutscher und belgischer Segler. Dies hatte für Unsicherheit bei holländischen Bootsversicherungsanbietern sowie auch bei von der Unigarant gekündigten Kunden geführt.

"Deutsche als Kunden willkommen"

Van der Post stellt nun in einem Schreiben an die YACHT klar: "Beinahe alle Versicherer in den Niederlanden können und wollen Versicherungen für deutsche und belgische Kunden abschließen. Dabei ist es auch kein Problem, wenn das Boot nicht in den Niederlanden, sondern irgendwo anders in Europa liegt. Sie sind als Kunden willkommen."

Dass Ausländer mit Ausnahme von Deutschen und Belgiern nur schwierig in den Niederlanden versichert werden könnten, hänge mit der Gesetzgebung und diversen Abkommen zwischen den Niederlanden und anderen Staaten zusammen, erklärt van der Post weiter. Zudem sei der Bootsversicherungsmarkt in den Niederlanden für Versicherungen mit Kunden außerhalb Deutschlands, Belgiens und den Niederlanden sehr klein. Das sei für Anbieter mit nur wenigen hundert Kunden finanziell und verwaltungstechnisch nicht zu stemmen. Und ein Kundenservice in der jeweiligen Landessprache der ausländischen Kunden sei dann auch nicht zu realisieren. 

Dies sei seiner Erfahrung nach, so Van der Post, in Deutschland nicht anders. Auch hier versicherten viele Anbieter nur Kunden mit Wohnsitz in Deutschland. 

"Kunden mit dem Wechsel zufrieden"

Völlig anders stelle sich die Situation für deutsche und belgische Kunden dar. Für sie sei Eerdmans der größte niederländische Versicherer. Dabei arbeite man nicht nur mit der "Europeeschen", sondern auch mit anderen Versicherungsgesellschaften zusammen. Und, so van der Post: "Alle unsere Mitarbeiter mit Kundenkontakt sind entweder Deutsche, oder sie sprechen und schreiben fließend deutsch. Es gibt eine deutsche Telefonnummer, und auch alle Korrespondenzen wie auch Policen oder Versicherungsbedingungen sind auf Deutsch abgefasst."

Demzufolge sei es nur ein logischer Schritt für Unigarant und Eerdmans Yachtversicherungen gewesen, die deutschen und belgischen Kunden einem spezialisierten Versicherer zuzuführen. "Und so, wie es bislang ausschaut, sind die Betroffenen mit diesem Übergang äußerst zufrieden", sagt Reinier van der Post.
 

Pascal Schürmann am 19.02.2016

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