Kiel Holtenau

Zentrum Klassischer Yachtsport öffnet

02.04.2012 Jochen Rieker, Fotos: YACHT/J. Rieker - Der Freundeskreis Klassischer Yachten hat eine Heimat. Das alte Zolllager am Tiessenkai soll Anlaufstelle für Eigner und Liebhaber werden

Eröffnung des Zentrums Klassischer Yachtsport am Tiessenkai, Kiel-Holtenau
Fotograf: © YACHT/J. Rieker

Halbmodell von "Sphinx" als Geschenk: Uwe Baykowski und Wilfried Horns bei der Einweihung des Zentrums Klassischer Yachtsport in Kiel-Holtenau

Am Sonntagvormittag, als bei windig-kaltem Aprilwetter die ersten Yachten im Takt der Schleusentore vom Nord-Ostsee-Kanal in Richtung Förde motorten, fand nur einen Steinwurf entfernt in der Kanalstraße 60 die feierliche Einweihung des "Zentrums Klassischer Yachtsport" statt.

Mehr als 100 Gäste waren gekommen, um an dem Festakt in noch weitgehend leeren Räumen teilzunehmen. Ein deutlicher Beleg für das Engagement, das die Szene auszeichnet und die Begeisterung für das Projekt. In Kiel-Holtenau wirft der Freundeskreis Klassischer Yachten (FKY) erstmals physikalisch Anker.

Der extrem rührige Verein um Geschäftsführer Wilfried Horns, weltweit nahezu ohne Beispiel, war bisher lediglich als Interessenverband organisiert – ein großer Kreis von über 1.800 Klassiker-Liebhabern mit fantastisch gemachter Homepage und klarer Mission, aber ohne festen Ort. Den hat er mit dem "Zentrum Klassischer Yachtsport" jetzt gefunden.

Im alten Zollager soll sich auf zwei Etagen künftig "das Wissen über traditionellen Yachtbau und seine spannende Segelsportgeschichte bündeln", so heißt es in einer FKY-Broschüre zur Eröffnung. Neben dem Aufbau eines Zentralarchivs und einer Bibliothek soll das Zentrum auch als Begegnungsstätte fungieren – mit Symposien, Ausstellungen, Vorträgen und vielem mehr.

"Weg vom Küchentisch", sagte Wilfried Horns in seiner Eröffnungsansprache und spielte damit auf die bisher unzureichenden Möglichkeiten des Vereins an. Er will die vielen Aktivitäten des Freundeskreises in Holtenau ausbauen und koordinieren. Und hat auch eine weiterreichende Vision, die einen eigenen Hafen mit gläserner Werft  einschließt. Das aber müsse erst noch werden.

Kiels Stadtpräsidentin Cathy Kietzer freute sich mit den zahlreichen Gästen über das "passende Puzzlestück in der Sammlung maritimer Anlaufpunkte" der Sailing City. Und an Wilfried Horns gewandt, sagte sie: "Ich bin froh, dass Ihnen die Puste nicht ausgegangen ist" im jahrelangen Ringen um ein Clubhaus für den Freundeskreis. 

Auch Pantaenius-Gründer Harald Baum, der das Zentrum als Sponsor unterstützt, zeigte sich begeistert über die Perspektiven. Der Freundeskreis sei die einzige echte Kompetenz in Deutschland, wenn es um die Geschichte des Segelsports gehe. Eigene Räume seien eine wichtige Voraussetzung für das weitere Wirken. Baum war schon als kleiner Junge mit seinem Vater auf dem Weg von Hamburg in die Ostsee jeden Sommer am Tiessenkai längsseits gegangen, um zollfrei zu bunkern. "Es ist seit jeher ein ganz wichtiger Ort für die Segler gewesen", sagte er. "Toll, dass es jetzt hier weitergeht!"

Für den Betrieb des neuen Zentrums sucht der Freundeskreis noch Förderer. Auch Sachspenden in Form von historischen Fotos, Rissen, Büchern sowie anderen yachtsportlich relevanten Dokumenten sind jederzeit willkommen. Weitere Informationen auf der Homepage. Oder direkt unter Tel. 0431/76277 bzw. per E-Mail: info@zentrum-klassischer-yachtsport.de.

  

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