Strandung

Yacht vor Juist angespült

18.10.2013 Johannes Erdmann, Fotos: Juister Nachrichten - Vor der Nordseeinsel ereignete sich über Nacht eine Tragödie. Rettungskräfte suchen heute früh nach einem 81-jährigen Einhandsegler

Die "Globetrotter II" am Nordstrand von Juist
Fotograf: © Juister Nachrichten

Die "Globetrotter II" am Nordstrand von Juist

Gestern stürmte es an der Küste gewaltig. An den Nordseedeichen standen die Kühe Kopf voran im Wind, um von den starken Böen nicht umgeworfen zu werden – auf Helgoland wurden in den Spitzen sogar 10 Beaufort gemessen. Als die Sonne dann heute früh aufging, lag auf dem Juister Strand plötzlich eine Segelyacht, mit zerfetzten Segeln und offenem Niedergang. Eine Ketsch, mit Heimathafen Hamburg. Von der Crew keine Spur. Es musste etwas Schreckliches passiert sein.

Die DGzRS koordinierte sofort einen großangelegten Rettungseinsatz und entsandte drei Hubschrauber in das Seegebiet rund um Juist. Auch mehrere Rettungskreuzer und ein Hochsee-Bergungsschlepper begaben sich auf die Suche nach der Crew der "Globetrotter II", so heißt das Schiff, das dort verlassen am Strand liegt. Auch, wenn die Wassertemperaturen von elf Grad Celsius nicht viel Hoffnung zulassen.

Was war geschehen? Bekannt ist, dass sich der 81-jährige Einhandsegler vor wenigen Tagen auf den Weg nach Westen gemacht hat und vermutlich auf längere Reise gehen wollte. Lange hatte der Mann aus dem Landkreis Cuxhaven an der Ostemündung gelegen und sein Schiff dafür vorbereitet. Dann endlich der Start. Doch schon nördlich von Juist geriet die "Globetrotter II" in schweres Wetter. Möglich, dass der Skipper dabei über Bord gegangen ist.

Dabei war der Einhandsegler keineswegs unerfahren. Bereits in den Jahren 1979/80 war er auf demselben Schiff von Cuxhaven aus in die Karibik und zurück gesegelt. Ein Jahr später wollte ihm der Trans-Ocean, dessen Lettern seine Yacht noch heute am Heck führt, für diese Leistung die begehrte TO-Medallie verleihen – die der Segler jedoch dankend ablehnte. Seine Delta 36 behielt er über all die Jahre.

Inzwischen ist bekannt geworden, dass ein Rettungshubschrauber unweit des Kalfamer, an der Ostseite von Juist, eine leblose Person geborgen hat. Es könnte sich dabei um den Einhandsegler handeln.

Vermutlich wird es unmöglich sein, den Hergang des Unfalls zu rekonstruieren. Doch was sich dort auf der Nordsee abgespielt hat, muss als Tragödie bezeichnet werden.

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