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WM der Roboter-Boote gestartet

23.05.2008 Olaf Schmidt, Fotos: innocat innocat, innocat - Am Neusiedlersee (Österreich) wird zurzeit um den ersten Weltmeistertitel im Roboter-Segeln gekämpft

Fotograf: © innocat innocat

RSV Robo.at, das Schiff des ausrichtenden Teams aus Österreich, auf dem Neusiedler See

Die Akteure sind Maschinen, und bei den Regatten kommt es nicht in erster Linie auf Geschwindigkeit an: In Breitenbrunn am Neusiedlersee geht es noch bis Sonntag um Ausdauer, Zuverlässigkeit, Genauigkeit und natürlich um künstliche Intelligenz.

Im Gegensatz zu militärischen, motorbetriebenen, unbemannten Fahrzeugen ist der (bisher rein zivile) Ansatz der segelnden Roboter wesentlich komplizierter: Um die vorgegebenen Wegepunkte abzusegeln oder Positionen zu halten, muss die Maschine die komplexen Abläufe des Segelns beherrschen. Die beste Routenplanung, der perfekte Umgang mit sich ständig ändernden Windverhältnissen sowie das perfekte Timing bei Wende und Halse sind nur einige der Punkte, die die künstlichen Segler bei der Weltmeisterschaft beherrschen müssen.

Fotograf: © innocat

MAST (Mostly Autonomous Sailing Team) heißt das Schiff des Teams der Queen's University aus Kanada

Fünf Teams aus Großbritannien, Kanada, Portugal, Frankreich und natürlich dem gastgebenden Österreich sind gemeldet.
Im Rahmen der WM müssen deren autonome Segelfahrzeuge ihre Fähigkeiten in drei Wettfahrten unter Beweis stellen. Dabei werden Routenplanung, Anpassung sowie Manöver bewertet.
Kernelement ist ein 48-Stunden-Rennen, das besonders die Robustheit und die Ausdauer der Systeme fordert. Dabei geht es vor allem darum, wie gut die Boote für eine längere Zeit auf See geeignet sind, wie schnell der ausgeschriebene Kurs bewältigt werden kann und um die Fähigkeit, Position an einem fixen Punkt zu halten.
Eine internationale Jury aus den Bereichen Robotik und Segeln wacht über den regelkonformen Ablauf

Zur Jury gehören:
Igor Hantuch (SK): Professor an der Technischen Universät Bratislava, Abteilung Automatisierungs- und Steuerungstechnik, und aktiver Segler (Teilnehmer an den ersten inoffiziellen Univeristätsmeisterschaften der EU in Zadar 2006).
Christian Kargl (AT): erster österreichischer Teilnehmer am Transat 6,50 Charente-Maritime—Bahia im Jahr 2005; 4.400 Seemeilen solo von Frankreich nach Brasilien; Sportlicher Leiter der Adriatic Sailing Week 2004.
Robert Schepp (DE): Segler und Unternehmer im Bereich Yachtelektronik. Er beschäftigt sich seit Jahren mit der technischen Automatisierung von Segelyachten.

Fotograf: © innocat

Pinta, das neue Schiff des Waliser Teams

Als letzter Lauf der WM startet am Samstag das besondere Highlight: ein Mensch-gegen-Maschine-Rennen, bei dem sich Roboter mit menschlichen Seglern messen.

Die WM gilt gleichzeitig als Generalprobe für den Microtransat im Herbst 2008. Diese Initiative einer vollautonomen Atlantiküberquerung wurde 2006 vom Waliser Mark Neal und vom Franzosen Yves Briere ins Leben gerufen und startet in diesem Jahr zum ersten Mal zu einer Wettfahrt über die volle Strecke.

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