Sailing Team Germany

Wechsel an Spitze des Fördervereins

26.01.2012 Jochen Rieker, Fotos: STG/N. Krauss, DYC, STG - Im Beirat des Sailing Team Germany übernimmt nach dem Rücktritt des Vorsitzenden nun Christoph Hillebrandt vom Kölner Yacht-Club die Leitung

Sailing Team Germany
Fotograf: © STG/N. Krauss
Sailing Team Germany

Der bisherige STG-Aufsichtsratschef und Vorsitzende des Fördervereins, Abdul Adib, hatte am Montag überraschend seine Ehrenämter niedergelegt. Er nannte im Gespräch mit YACHT online persönliche Gründe für seine Entscheidung. Die Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung des Sailing Team Germany beschrieb er als schwierig. Es fehle ihm am verbindlichen Umgang. Dennoch zeigte er sich in der Sache überzeugt und unverändert engagiert. "Wir haben viel erreicht", sagte er. "Die Initiative ist auf gutem Weg." 

Abdul Adib
Fotograf: © DYC
Abdul Adib

Durch den Weggang des erfahrenen Branchenkenners, der jahrzehntelang als Projektleiter die boot prägte und derzeit noch dem Düsseldorfer Yacht-Club vorsteht, rückt sein Stellvertreter, der Kölner Wirtschaftsprüfer Christoph Hillebrand, nach. Er will am Freitag in einer Telefonkonferenz mit Repräsentanten anderer Segelclubs darüber beraten, ob es zu vorgezogenen Neuwahlen kommt. Die nächste ordentliche Mitgliederversammlung findet bereits Ende April statt. Gut möglich, dass bis dahin alles so bleibt, wie es jetzt ist.

Hillebrand bewertet den Rücktritt als "höchst persönliche Angelegenheit". Er zeigte sich wie viele andere im unmittelbaren Umfeld des Sailing Team Germany verwundert über die jüngste Entwicklung. "Die Zusammenarbeit zwischen Beirat und STG hatte sich in den letzten Monaten tendenziell verbessert. Aber natürlich gibt es im Spannungsfeld zwischen Ehrenamt, Leistungssport und Vermarktung immer auch mal Kontroversen."

DSV-Chef Rolf-Otto Bähr bedauerte den Weggang Adibs. Und er zeigte Verständnis für die eine oder andere Verstimmung. "Es gab Entscheidungen (der Geschäftsführung), da fühlte ich mich auch nicht angemessen informiert und beteiligt", sagte er YACHT online. So habe er etwa von der für Februar geplanten Verleihung der Sailing Team Germany Awards in Hamburg auch erst erfahren, als alles längst geplant war.

Aber, so Bähr: "So was passiert halt in bewegter Zeit. Die STG ist eine Maschine, die muss laufen." Die Arbeit der Initiative bezeichnete er als wertvoll und erfolgreich. Vielleicht habe der Rücktritt jetzt ja auch "eine heilsame Wirkung".

Oliver Schwall, Sailing Team Germany
Fotograf: © STG
Oliver Schwall

Oliver Schwall, Geschäftsführer des Sailing Team Germany, zeigte sich zwei Tage nach der Demission seines Aufsichtsratschefs betroffen. "Ihn zu verlieren tut mir wirklich leid. Abdul war und ist wichtig fürs Team. Er hat viel geleistet. Da hing ja sein Herz dran." Eine mehrstündige Sitzung mit Adib am Sonntag in Düsseldorf hatten er, Co-Geschäftsführer Arne Dost und Jochen Schümann noch als "sehr konstruktiv" erlebt. 

Die Arbeit des erst vor zwei Jahren gegründeten Sailing Teams wird durch den Wechsel im Aufsichtsrat und Förderverin nicht belastet. Für das Etappenziel, die Olympischen Segelwettfahrten in diesem Sommer, sind die Weichen gestellt. Ob die Förderung des Segelsports langfristig gelingt und ob Deutschland hierfür richtig aufgestellt ist, wird sich erst nach Weymouth zeigen. Der DSV-Vorsitzende Bähr jedenfalls blickt zuversichtlich nach vorn: "Ich sehe die Dinge auf Kurs."

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