Transatlantik

"Vaquita" rules the waves

06.12.2011 Pascal Schürmann, Fotos: Andreas Hanakamp - Sie kam nicht als erste Yacht ins Ziel. Und doch ist sie der heimliche Star der Atlantic Rally for Cruisers 2011: die Class 40 "Vaquita"

VAQUITA
Fotograf: © Andreas Hanakamp

onboard Vaquita

Eigner Christof Petter aus Österreich hatte sich für den langen Schlag über den Atlantik professionelle Verstärkung ins Boot geholt: Andreas Hanakamp. Der kann nicht nur auf zwei Olympiateilnahmen im Starboot (1996 und 2004) verweisen. 2008 skipperte er auch das Team Russia beim Volvo Ocean Race um die Welt.

Hanakamp hat ARC-Erfahrung. Schon im vergangenen Jahr stellte er auf der Strecke von Gran Canaria nach St. Lucia in der Karibik sein Können eindrucksvoll unter Beweis. Doch 2010 war kein Jahr für schnelles Atlantiksegeln. Anhaltende Flauten hatten den über 200 Teilnehmeryachten das Leben schwer gemacht, einige Crews hatten Weihnachten gar auf See feiern müssen.

Wie anders das Bild in diesem Jahr. Von Beginn an wehte der ersehnte Nordostpassat beständig, meist zwischen 12 und 20 Knoten. Nahezu Idealbedingungen für einen 40-Fuß-Racer. Ab und an ein Quentchen mehr Wind hätte das Boot sicher noch vertragen.

Vom Start weg setzte sich rasch eine Vierergruppe ab: zwei imposant große Maxiyachten, ein Hightech-Katamaran und ein leichter und rasanter Trimaran. Allesamt deutlich größer als die 40 Fuß große "Vaquita". Die aber jagte dem Quartett in bemerkenswerter Manier hinterher. Eine seglerische wie taktische Meisterleistung. Bis zum Schluss hielt sie bis auf rund 100 Seemeilen den Kontakt zur Spitze.

Noch beachtlicher allerdings war der Abstand, den Petter, Hanakamp und Co. auf den gesamten Rest des Feldes heraus segelten. Er betrug in der zweiten Hälfte des Rennen zwischen 250 und 300 Seemeilen! Die deutlich größeren X-Yachten und Swans, die vielen Beneteau-Firsts, sogar die über 20 größeren Katamarane – sie alle hatten das Nachsehen.

Gerade einmal zwölf Tage, vier Stunden und 17 Minuten benötigte "Vaquita" für die rund 2700 Seemeilen lange Etappe. So schnell hatte diese Distanz zuvor noch keine 40-Fuß-ARC-Yacht zurück gelegt.

Am Ende siegten die Österreicher in ihrer Gruppe auch nach berechneter Zeit überlegen. Über alle Racing-Klassen hinweg belegten sie berechnet immerhin noch den zweiten Rang.

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