Nothafen

Umdenken am Darß – Lösung in Sicht?

06.02.2013 Bendix Hügelmann, Fotos: H. Schmidt - Ein politischer Schulterschluss auf regionaler Ebene bringt Bewegung in die Darß-Diskussion. Ein Zweckverband soll nun Lösungen erarbeiten

Fotograf: © H. Schmidt

Die versandete Einfahrt zum Nothafen Darßer Ort

Im Streit um den Nothafen Darßer Ort kommt Bewegung ins Spiel: Die Gemeinden Fischland, Darß und Zingst haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam größeren Druck auf die Landesregierung ausüben zu können. Inzwischen ginge es dabei längst nicht mehr nur um einen Nothafen, so der allgemeine Tenor, sondern um die wirtschaftliche Zukunft der ganzen Region. 

Gemeinsamer Druck auf Landesregierung

Auf einer am 1. Februar abgehaltenen Regionalkonferenz konnten sich nun über 20 Bürgermeister, Kurdirektoren und Amtsvorsteher der Region auf die Gründung eines Zweckverbandes verständigen. Vorpommern-Rügens Landrat Ralf Drescher (CDU) betonte die Wichtigkeit des vollzogenen Schulterschlusses: "Wir brauchen einen Etappenhafen, der die westlichen und östlichen Segelreviere verbindet. Die Region nimmt hier eine Schlüsselrolle im Landestourismus ein. Vor diesem Hintergrund halte ich es für dringend erforderlich, dass wir uns gemeinsam dieser Problematik annehmen", so der Landrat. 

Kostenpunkt: 30 Millionen Euro

Ziel sei es, die wirtschaftliche Entwicklung der Darß-Zingster Boddenkette nachhaltig und zukunftssicher mitzugestalten. Hierbei spielt auch die Zukunft des DGzRS-Standorts in den Boddenregion eine Rolle. Während der bisherige Nothafen am Darßer Ort aufgrund von Naturschutzrichtlinien versandet, liegt der DGzRS-Kreuzer abseits der stark befahrenen Kadetrinne auf Fehmarn. Ein geplanter Außenhafen auf Höhe Prerow erwies sich mit einem Investitionsumfang von 30 Millionen Euro auf Landesebene als nicht mehrheitsfähig. Anders könnte dies bei einem weitaus umfangreicheren Bauvorhaben aussehen, welches von vielen Amtsvorstehern derzeit favorisiert wird: ein Durchstich von der Ostsee zum Bodden.

Neue Perspektive für den Bodden?

Zwar wäre dieses Projekt kaum günstiger als der bereits gescheiterte Außenhafen, die Region erhofft sich durch die Öffnung zur Ostsee jedoch einen langfristigen volkswirtschaftlichen Nutzen. "Ein Durchstich würde mit einem Schlag die Boddenküste aus ihrem Dornröschenschlaf erwecken", so Landrat Drescher. Der neu gegründete Zweckverband soll noch in diesem Jahr seine Arbeit aufnehmen und als zentrales Organ Forderungen gegenüber der Landesregierung vertreten. 

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