Weltumsegelung
Segelmädchen muss weiterhin abwarten
Damit kann der Start zur Weltumsegelung der 14-Jährigen frühestens Ende Juli stattfinden. Richterin Kuypers begründete, dass im Gegensatz zu den Aussagen von Lauras Anwalt noch immer nicht alle Bedingungen erfüllt worden sind.
So hat die junge Holländerin zwar, wie gefordert, eine Prüfung über Maßnahmen in medizinischen Notfällen abgelegt, außerdem kurze Schlafzeiten trainiert und die Teilnahme am Unterricht über das Internet geklärt — aber noch immer liegt kein Gutachten eines unabhängigen Segelexperten vor. "Vor allem die Sorgen des Gerichts, was ihre soziale, emotionale und persönliche Entwicklung angeht, blieben bislang leider zu wenig beachtet", sagte Kuypers den holländischen Medien.
Lauras Anwalt Peter de Lange sprach von einem "düsteren Tag für das niederländische Rechtssystem". Zudem gab er an, dass es mittlerweile durch die Rückschläge immer schwerer würde, optimistisch zu bleiben. Laura selbst verlor bereits im letzten Dezember die Hoffnungen und lief von zu Hause fort. Kurze Zeit später wurde sie auf der Karibikinsel St. Maarten aufgegriffen — nach Berichten der Medien mit mehreren tausend Euro Bargeld in der Tasche und auf der Suche nach einem Segelboot.
Um die Gefahren der Reise zu entschärfen, schaffte Familie Dekker sogar eine elf Meter lange Ketsch vom Typ Jeanneau Gin Fizz an, die mit einem zweiten Motor und zweiten Ruder versehen wurde. Doch auch diese Modifikationen und ein Einhand-Probetörn nach England in der vergangenen Woche konnten das Gericht offenbar nicht überzeugen. Auch wenn sich die Richterin nicht explizit dazu äußerte, so darf doch vermutetet werden, dass die Rettungsaktion für die 16-jährige Abby Sunderland, die in der letzten Woche von ihrer mittig zwischen Australien und Afrika treibenden Yacht abgeborgen werden musste, in die Entscheidung mit eingeflossen sind. Das Jugendamt forderte sogar eine Verlängerung der Aufsichtspflicht bis 1. September, gestand aber eine neue Prüfung nach einem Monat zu. So bleibt es nun weiter abzuwarten, was der neue Gerichtstermin am 20. Juli ergeben wird.










