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Post aus Törehamn
Postkarten in den nördlichsten Briefkasten der Ostsee werfen, das hatte er sich für diesen Sommer fest vorgenommen. Sein Bericht über die Reise dorthin ist eine Liebeserklärung an die Ostsee geworden.
Nur einige Meilen östlich von Utö im finnischen Turku-Archipel musste Bastian Hauck, 31, im letzten Herbst einsehen, dass es nach einem langen Sommer im Baltikum und in Russland zu spät geworden war, um die Ostsee wirklich "rund" zu machen und den finnischen Meerbusen zu vorzudringen. Er trat den Heimweg an.
In diesem Sommer nimmt er den Faden dort wieder auf, wo er ihn verlassen hatte und segelt die finnische Küste hinauf nach Haparanda und Törehamn, wo sich das diesjährige Reiseziel befindet: die Seetonne mit einem Briefkasten darauf.
Die 1.000 Seemeilen dorthin zeigen ihm, dass an seiner geliebten "Tadorna" zunehmend der Zahn der Zeit nagt: "Kurz vor Vaasa muss ich feststellen, dass die Umlenkblöcke der Fallen und Strecker aus dem Kajütdach zu reißen drohen. (...) Ich bastele unter Deck eine Verstrebung, um eintretende Kräfte auf den Kiel umzuleiten. Als ich etwas Zug aufbaue, kommt mir ein Kielbolzen entgegen. 'Tadorna' ist halt doch nicht mehr die Jüngste."
Unterwegs lernt er eine junge Schwedin kennen, die ihn für eine Etappe der Reise begleitet und nicht nur das alte Folkeboot lieben lernt, sondern auch ihren Skipper. Nach einigen gemeinsamen Tagen ist ihr Urlaub jedoch vorbei, und sie lässt ihn wieder als Einhandsegler zurück. 600 Meilen und eine Strandung später erreicht Hauck mit einer durch die Bilgepumpe geregelt sinkenden "Tadorna" Gotland und damit fast schon seine Heimatgewässer.
Lesen Sie die Geschichte eines unbeschwerten jungen Mannes während seiner Reise durch die schönsten Reviere vor unserer Haustür.










