Umwelt

Plastikmüll auf den Weltmeeren

20.12.2012 Andreas Fritsch, Fotos: MKG - Die Verschmutzung der Ozeane mit Kunststoff wird zum immer größeren Problem. Eine Ausstellung in Hamburg zeigt Bilder, Fakten – und Müll

Plastikmüll
Fotograf: © MKG

Plastikmüll im Meer

Seit Jahren werden die Weltmeere zu riesigen Müllhalden, da immer mehr und mehr Kunststoffprodukte im Umlauf kommen – und nach Gebrauch achtlos weggeworfen werden. Über direkten Eintrag, aber vor allem über Flüsse, geraten sie in die Meere. Das können auch Segler in jedem Revier der Welt erleben: Besonders im Mittelmeer, aber auch auf der Ostsee steigt die Belastung mit Plastikmüll, der im Wasser treibt oder an Land gespült wird, seit Jahren rasant.

Eine sehr informative Wanderausstellung des Museums für Gestaltung in Zürich zum Thema ist nun bis zum 31. März im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen. Sie zeigt sehr anschaulich die einzelnen Problembereiche auf, erklärt, warum sie uns alle angehen und schockiert mit drastischen Bildern von verschmutzten Stränden, treibenden Müllteppichen und sterbenden Tieren, die ihm zum Opfer fallen.

Denn Probleme mit dem Plastik sind vielschichtig. Kunststoff baut sich nicht ab, stattdessen treibt er jahrelang im Wasser und wird durch UV-Licht und mechanische Einflüsse zu immer kleineren Partikeln zerrieben. Die verschwinden aber nicht, sondern gelangen über die Nahrungskette sogar in unsere Lebensmittel wie Fische oder Meeresfrüchte. Mittlerweile ist die Belastung mit Kleinstpartikeln im Meerwasser in vielen Bereichen der Welt größer als der Anteil von Plankton. Die Plastik-Fracht enthält chemische Stoffe, die krebserregend sind, den Hormonhaushalt von Mensch und Tier verändern können und viele weitere Effekte haben. 

Die Kuratoren erklären ihr Ausstellungskonzept wie folgt:

"Die Ausstellung präsentiert gesammelten Plastikmüll aus verschiedenen Weltmeeren und macht das Ausmass dieser ökologischen Katastrophe sichtbar. Ausserdem werden Vor- und Nachteile von Kunststoffen sowie deren Einfluss auf die Gesundheit erörtert. Die Lösungsansätze im Sinn von Reduzieren, Umnutzen oder Wiederverwerten sollen zum Handeln anregen. So setzt diese Ausstellung einen Schwerpunkt auf die Vermittlung und ermöglicht Besucherinnen und Besuchern, sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Herzstück der Ausstellung ist eine substantielle Menge Original-Plastikschwemmgut. Dieser Plastikmüll wurde bei Strandsäuberungen auf Kaho’olawe, einer unbewohnten Insel auf Hawaii, auf Sylt an der Nordsee und auf Fehmarn an der Ostsee gesammelt und bringt ein für viele Europäer abstraktes Phänomen anschaulich vor die eigenen Füsse. An den gezeigten Stücken lassen sich Herkunft, Lebenszyklus, Sinn und Unsinn der Plastikprodukte nachvollziehen. Neben rätselhaften Gegenständen aus der Fischereiindustrie findet man die Reste wohlbekannter Alltagsgegenstände wie Zahnbürsten, Kämme, Flaschen etc., die sichtbare Spuren des Treibens im Salzwasser und des Zusammentreffens mit Meeresbewohnern aufweisen."

Die Ausstellung ist im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg bis zum 31. März 2013 zu sehen. Sehr gut ist auch die Webpage der Ausstellung, ein Besuch vorab lohnt auf jeden Fall.

Öffnungszeiten

Dienstag–Sonntag: 11–18 Uhr
Donnerstag: 11–21 Uhr
Donnerstag an oder vor Feiertagen: 11–18 Uhr
Montag: geschlossen

Öffnungszeiten Feiertage
Heiligabend, Montag, 24. Dezember 2012: geschlossen
1. Weihnachtstag, Dienstag, 25. Dezember 2012: 12–18 Uhr
2. Weihnachtstag, Mittwoch, 26. Dezember 2012: 12–18 Uhr
Silvester, Montag, 31. Dezember 2012: geschlossen
Neujahr, Dienstag, 1. Januar 2012: 12–18 Uhr

Eintrittspreise 8 Euro für Erwachsene
 

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