"Küstenkultur"
Klassiker-Demo in Ebeltoft
Urige Hafenatmosphäre, gemütlich dümpelnde Schiffe und Fischerboote, gelassen-maritime Stimmung rundum – all das sei durch die zunehmende Gentrifizierung von Küstengebieten mit entsprechender Hafen- und Uferbebauung gefährdet, so sehen es jedenfalls die Initiatoren einer mehrtägigen Demonstrationsveranstaltung in Ebeltoft. Und dagegen protestieren sie – natürlich hauptsächlich zu Wasser.
Dahinter steckt nicht eine verirrte Splittergruppe, die Furcht hegen offenbar viele. Die Region Midtjylland hat sich der Aktion vom 11. bis zum 15. Juli ebenso angeschlossen wie die dänische Vereinigung klassischer Yachten, die Holzbootvereinigung und mehrere andere, nicht nur maritime Organisationen.
In Ebeltoft werden nun mindestens 80 klassische Yachten und alte Fischer- und Arbeitsschiffe aus ganz Nordeuropa zum "Nordischen Küstenkulturtreffen“ erwartet. Das Rahmenprogramm – dazu zählen unter anderem eine Regatta, Live-Musik und Ausstellungen – dient der Auflockerung des eigentlich ernsten Anlasses, der in vielfältiger Form thematisiert werden wird.
Hintergrund ist die Verdrängung alteingessener Menschen und Geschäfte sowie der Ersatz traditioneller Gebäude durch moderne Bebauung und die Errichtung wassernaher Wohn- und Repräsentationsbaugebiete. So sei es nicht im Sinn der meist eher wohlhabenden Wohnungskäufer, dass sie von unangenehmen Umständen gestört werden wie dem Geruch von Fischernetzen oder Bootslack oder den Geräuschen, die ein Hafen im Betrieb nun einmal verursacht. Und diese Auswirkungen seien jetzt schon spürbar.
Deshalb ist die Ortswahl der Demonstration auch kein Zufall, ein kleiner Fischerhafen in Ebeltoft, wo die beklagte Entwicklung nicht weit entfernt schon deutlich auszumachen ist. Hier im Hafen hingegen dümpeln wenige alte Fischerboote, auf der Pier liegen Netze, in den Hütten ringsum sind Werkstätten untergebracht. Und die Galerien und Restaurants wären ohne das Ambiente wohl kaum existenzfähig. Um solche Dinge geht es. Hafenleben. Küstenkultur.
Zur Demonstration wurden bereits Schiffe mit Geschichte angemeldet, die “Elisabeth” aus Dragør zum Beispiel, die im Zweiten Weltkrieg dänische Juden nach Schweden in Sicherheit brachte. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.smallshiprace.dk.










