Weltumsegelung
"Horizons" in Bahia Cook gestrandet
Wie erst jetzt bekannt wurde, erreichte die Marine bereits am gestrigen Mittwoch gegen sieben Uhr Ortszeit ein Notsignal der Segelyacht "Sail2Horizons", die in der Mündung des Beaglekanals zu stranden drohte.
Wie der Kommandant der Marine auf Nachfrage mitteilte, startete zunächst ein Suchflugzeug aus Punta Arenas, das die blaue Yacht in der Cooks Bay ausfindig machte. Daraufhin lief das in Puerto Williams stationierte Patrouillenboot "Sibbald" aus und erreichte die Unglücksstelle zusammen mit einem herbeigerufenen Fischerboot.
Die Yacht "Horizons" lag zu diesem Zeitpunkt bereits auf den Felsen und war nach Angaben des Kommandanten zu 40 Prozent mit Wasser gefüllt. Bernt Lüchtenborg fand man am Ufer, wo er auf Rettung harrte. Er wurde mit einem Helikopter ins nahegelegene Krankenhaus von Puerto Williams geflogen und dort mit einem Splitterbruch des Unterarms und einer Schnittverletzung über einer Augenbraue eingeliefert. Bereits heute hat er das Krankenhaus wieder verlassen und wurde nach Punta Arenas verlegt, wo er noch einige Tage zur Beobachtung bleiben soll. Alles in allem geht es Bernt Lüchtenborg jedoch den Umständen entsprechend grundsätzlich gut.
Zum Vorgang der Strandung konnte die Marine nur die Angaben machen, die sie von Lüchtenborg erhalten hatte.
Offenbar war die "Horizons" aus dem stürmischen Wetter der Kapregion in den Beaglekanal eingelaufen und traf dort auf eine Flaute. Weiter berichtete er von Motorproblemen, wegen denen das Schiff schließlich manövrierunfähig auf die Felsen trieb. Nach Meinung des Kommandanten bleibt jedoch fraglich, warum er sich überhaupt so nahe an der Küste befunden hat.
Lüchtenborg befuhr das Revier nicht zum ersten Mal — bereits während seiner ersten Weltumsegelung hat er sich mehrere Monate mit der Yacht "Auryn" in diesen Gewässern aufgehalten.
Nach Einschätzung des Kommandanten ist eine Bergung der Yacht durch deren derzeitige Lage an der felsigen Küste der Cooks Bay fast aussichtslos. Es scheint sich um einen Totalverlust zu handeln.
Weiterhin konnte die YACHT in Erfahrung bringen, dass Lüchtenborg keine Genehmigung der chilenischen Marine besaß, die Gewässer des Beaglekanals zu befahren — und diese nach Beantragung, vor allem in den südlichen Wintermonaten, vermutlich auch nicht bekommen hätte.
In den kommenden Tagen sollen Untersuchungen zum Hergang der Strandung folgen.










